Fahnder gibt Einblick in den Drogenhandel der Szene

Ein Münchner Drogenfahnder schildert, wie offen der Handel im Nachtleben teilweise abläuft – und wie wenig diskret Käufer:innen und Händler:innen dabei vorgehen. In der Clubszene der Stadt werde häufig nur oberflächlich kontrolliert, vereinzelt stünden sogar Sicherheitskräfte im Verdacht, weggesehen oder mitgewirkt zu haben.

Der Ermittler, der in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung unter dem Namen Andreas F. auftritt, kennt diese Strukturen. Für ihn ist klar: Von Zurückhaltung kann im Münchner Nachtleben oft keine Rede sein. Dealer oder sogenannte Koks-Taxis und konsumierende Gäste agieren teils erstaunlich sorglos – in Clubs, Bars oder sogar auf offener Straße.

Zwar gebe es Betreiber:innen, die konsequent kontrollieren und mit den Behörden kooperieren. Andere jedoch riskierten mit mangelnder Kontrolle Razzien – wie zuletzt im Rote Sonne oder im City Club in Augsburg. Ziel der Ermittlungen sei es nicht, das Feiern zu unterbinden, sondern exzessiven Konsum und organisierte Strukturen einzudämmen.

Eine drogenfreie Gesellschaft hält Andreas F. für unrealistisch. Sein Anspruch ist jedoch klar: Das Nachtleben dürfe kein rechtsfreier Raum werden.

Letztlich lässt sich sagen: Das Problem beschränkt sich nicht nur auf München. In vielen weiteren Großstädten ist der Drogenhandel in der Clubszene kaum noch diskret, sondern offen sichtbar. Dealer sprechen Feiernde direkt an, und Angebote lassen sich leicht auffinden.

Zwar ist der Handel als auch der Konsum Teil der Szene, doch er ist nicht mehr verborgen, sondern passiert im Blickfeld jeder Person, die einen Abend ausgehen möchte.

Den kompletten Bericht des Fahnders findet ihr in der Süddeutschen Zeitung.

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