
Etwa 50 Meter vom Berliner Techno-Club Berghain entsteht derzeit eine neue Wildblumenwiese.
Die Fläche am Wriezener Bahnhof wird für rund 30.000 Euro hergerichtet. Dafür wurde Erde ausgetauscht, neues Saatgut ausgebracht und Stauden gepflanzt. Ein Zaun aus Kastanienholz soll das Areal schützen und zugleich als Mini-Paradies für Insekten dienen.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg begründet die Standortwahl mit „günstigen naturräumlichen Bedingungen“ und der Nähe zum Umweltbildungszentrum im Lokschuppen. Die Wiese soll künftig in Workshops und Bildungsangebote integriert werden und als Beispiel dienen, wie Stadtnatur und Umweltbildung miteinander verbunden werden können.
Für Clubbesucher ist die neue Fläche allerdings tabu. „Betreten verboten“, heißt es vonseiten des Bezirksamts. Sorgen um mögliche Störungen gebe es aber nicht: „Die Besucher des Berghains verlassen dieses überwiegend friedlich.“ Für Erholung nach durchtanzten Nächten stünden rund um das Gelände ohnehin zahlreiche Liegewiesen zur Verfügung.
Ein vollständiger Schutz vor Vandalismus sei nicht vorgesehen. „Ein vollständiger Schutz ist nicht möglich und muss auch nicht sein“, erklärt das Amt. Man setze auf die Regenerationsfähigkeit der Natur.
Frühere Projekte, wie umgestaltete Mittelstreifen in der Friedenstraße, hätten gezeigt, dass sich bestäubende Insekten schnell ansiedeln und die Flächen erfolgreich entwickeln. Neben der Wiese am Berghain entsteht derzeit eine weitere Blühfläche am Weidenweg nahe der Karl-Marx-Allee.
Damit setzt der Bezirk seine Strategie fort, innerstädtische Flächen ökologisch aufzuwerten. Ziel ist es, Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten zu schaffen und gleichzeitig das Mikroklima zu verbessern.
Wildblumenwiesen gelten in der Stadtplanung als Beitrag zur Biodiversität und zur Anpassung an den Klimawandel. Sie fördern die Regenwasserversickerung, binden Staub und Schadstoffe und kühlen die Umgebung an heißen Tagen ab.
Im Gegensatz zu kurz gemähtem Rasen sind sie pflegearm und bieten das ganze Jahr über Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Arten. Die neue Blühfläche am Berghain steht damit sinnbildlich für den Versuch, urbane Kultur und ökologische Nachhaltigkeit zu vereinen.
Quelle: BZ
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