
Auf Ibiza ist ein als Friseursalon getarnter Betrieb als illegaler Escort-Club enttarnt worden. Ein spanisches Gericht bestätigte nun eine Geldstrafe in Höhe von 198.500 Euro sowie die vorläufige Schließung des Lokals.
Der Fall betrifft einen Betrieb in Santa Eulària des Riu. Offiziell war dieser als Friseursalon gemeldet, tatsächlich soll er laut Inspektionen jedoch als Escort-Club mit sexuellen Dienstleistungen betrieben worden sein.
Die Gemeindebehörde von Santa Eulària hatte den Betrieb nach entsprechenden Kontrollen sanktioniert. Grundlage waren Inspektionsprotokolle sowie technische und polizeiliche Berichte, die die tatsächliche Nutzung der Räumlichkeiten belegten.
Bei Kontrollen trafen Einsatzkräfte mehrere Frauen und Kunden vor Ort an. Zudem wurden Hinweise darauf gefunden, dass der Betrieb ohne notwendige Lizenz und ohne gesetzlich vorgeschriebene Versicherung geführt wurde.
Die Betreiber gingen gegen die Maßnahmen juristisch vor. Das zuständige Gericht in Palma bestätigte Anfang Februar 2026 jedoch die Sanktionen und verurteilte die Verantwortlichen zusätzlich zur Zahlung der Verfahrenskosten.
Die Gemeinde wertete das Urteil bewusst als Signalwirkung. Ziel sei es zu zeigen, dass getarnte illegale Aktivitäten, etwa Prostitution unter dem Deckmantel eines legalen Geschäfts, konsequent verfolgt und mit hohen Geldstrafen geahndet werden.
Der Fall fügt sich in einen größeren Kontext ein. Ibiza weist innerhalb der Balearen die höchste Kriminalitätsrate auf. Im Jahr 2023 wurden rund 78 Straftaten pro 1.000 Einwohner registriert, im Vergleich zu 65,6 im gesamten Archipel.
Besonders relevant für die Club- und Tourismusszene sind steigende Zahlen bei Drogendelikten. Auf den Balearen nahmen diese 2023 um etwa 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Auch Sexualdelikte und Diebstähle aus Fahrzeugen haben zugenommen.
Gleichzeitig gingen klassische Eigentumsdelikte wie Einbrüche und einfache Diebstähle leicht zurück. In der Gemeinde Santa Eulària selbst sank die Zahl der registrierten Straftaten 2023 zwar um etwa 3,1 Prozent.
Dennoch bleibt die Insel insgesamt ein Schwerpunkt für Polizei und Behörden. Vor allem Bereiche rund um Nachtleben und Tourismus stehen weiterhin im Fokus. Dazu zählen neben Drogenhandel auch Fälle sexueller Ausbeutung und illegale Geschäftsmodelle, wie sie nun im aktuellen Fall aufgedeckt wurden.
Quelle: Ibiza Essentials
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