Ibiza: Illegaler Mega-Rave mit Seth Troxler & Dennis Cruz gestoppt

Eine illegale Großveranstaltung in einer Villa zwischen Buscastell und Sant Mateu sorgt auf Ibiza für Diskussionen.

Nach Angaben der Behörden handelte es sich um eine außergewöhnlich aufwendig organisierte Party, die schließlich von der örtlichen Polizei und der Guardia Civil aufgelöst wurde.

Neus Mateu, Stadträtin für Bürgersicherheit in Sant Antoni, sprach von einer völlig unerwarteten Entwicklung. „Es war eine riesige Veranstaltung“, erklärte sie. Die Behörden seien durch Hinweise von Anwohnern alarmiert worden, die die Polizei über die Veranstaltung informierten.

Nach Bekanntwerden der Feier rückten drei Streifenwagen der örtlichen Polizei sowie drei Fahrzeuge der Guardia Civil aus. Begleitet wurden sie von einem Beamten des städtischen Freizeitdezernats.

Vor Ort fanden die Einsatzkräfte eine umfangreich organisierte Veranstaltung vor. „Es war keine private Feier“, betonte Mateu. Nach ihren Angaben seien die Zugänge offen gewesen und Gäste hätten problemlos Zutritt erhalten.

Die Beamten stellten fest, dass die Veranstaltung über private Sicherheitskräfte, Shuttle-Fahrzeuge, Krankenwagen, Verpflegung sowie Armbänder zur Identifikation der Besucher verfügte. An Decks spielten laut Ibiza Report internationale Top-Acts wie Bedouin, Seth Troxler und Dennis Cruz.

Die als „Anomalist“ bekannte Veranstaltung fand auf einem ländlichen Gelände in Buscastell statt und umfasste acht separate Bereiche, samt einem mobiles Karussell,

Besonders bemerkenswert war laut Behörden der Umfang der Infrastruktur. Die Party galt als so groß, dass eine vollständige Beschlagnahmung der eingesetzten Technik nicht möglich gewesen sei.

„Die Party hatte drei Tanzflächen. Sie war sehr groß, und es war schwierig, die gesamte Ausrüstung zu beschlagnahmen“, erklärte Mateu. Der Stadtrat hat inzwischen ein Verfahren eingeleitet und prüft mögliche Verstöße.

Noch ist unklar, welche Sanktionen gegen die Organisatoren verhängt werden könnten. Da die Veranstaltung auf ländlichem Gelände stattfand, ist auch der Inselrat von Ibiza in die weiteren Prüfungen eingebunden.

Den Veranstaltern droht nach balearischem Recht eine Geldstrafe von bis zu 300.000 Euro wegen mutmaßlicher Verstöße im Zusammenhang mit dem Ticketverkauf, dem Personentransport und der Werbung auf ländlichem Gelände.

Untersucht wird außerdem, welche Rolle die Eigentümer der Villa gespielt haben. Nach Angaben der Behörden gehört das Anwesen einem Unternehmen. Nun soll geklärt werden, ob eine Verbindung zwischen dem Unternehmen und der Veranstaltung bestand.

„Wenn sie nachweisen können, dass sie nichts damit zu tun hatten, können sie nicht sanktioniert werden“, sagte Mateu. Besonders auffällig ist für die Behörden die Professionalität der Organisation.

Die Stadträtin sieht darin eine Entwicklung, die sich von früheren illegalen Veranstaltungen unterscheidet. „Das Format scheint sich weiterentwickelt zu haben. Wir sprechen hier von einer sehr aufwendigen und exklusiven Party, bei der sogar viele namhafte DJs auflegten. So eine gut organisierte Party haben wir hier noch nie erlebt.“

Das Thema illegale Partys beschäftigt Ibiza bereits seit Jahren. Während der COVID-19-Pandemie waren nicht genehmigte Veranstaltungen auf der Insel regelmäßig Gegenstand von Polizeieinsätzen.

Die aktuelle Veranstaltung hebt sich laut Behörden jedoch deutlich von bisherigen Fällen ab. „Trotz des vorhandenen Nachtlebens“ würden weiterhin illegale Partys aufgedeckt, erklärte Mateu.

Für sie liegt der Grund nicht in einem fehlenden Angebot an Clubs oder Veranstaltungen. Vielmehr scheine sich rund um exklusive, nicht genehmigte Events eine eigene Marktnische zu entwickeln.

Auch in den sozialen Netzwerken sorgt der Vorfall für unterschiedliche Reaktionen. Während einige Nutzer die Feier verteidigen, verweisen andere auf die Auswirkungen für Anwohner. Eine kritische Stimme fragte:

„Habt ihr, die ihr hier kommentiert, schon mal solche Partys in der Nähe eures Zuhauses erlebt, während ihr arbeiten und euch um kleine Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmern musstet? Wenn Leute feiern wollen, gibt es ja schon Nachtclubs und Strandclubs.“

Die Ermittlungen zu der Veranstaltung dauern an. Die Behörden prüfen derzeit sowohl die Verantwortlichkeiten als auch mögliche Verstöße im Zusammenhang mit der Durchführung der Großveranstaltung.

Quelle: Periódico de Ibiza / Ibiza Report

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