Im Bahnhofsviertel: Frankfurt plant „Rauschmuseum“

Symbolbild

Frankfurt will im Bahnhofsviertel ein „Rauschmuseum“ einrichten, das die Kulturgeschichte von Drogen und deren Einfluss auf Kunst und Musik beleuchtet.

Das Vorhaben ist Teil eines Strategiepapiers für Verbesserungen bis 2040, verantwortet von Sozialdezernentin Elke Voitl und Ordnungsdezernentin Anette Rinn. Als möglicher Standort gilt der Karlsplatz.

Das Museum soll Bildung und Aufklärung fördern und zugleich das Sicherheitsgefühl stärken. Der Magistrat hat dem Papier zugestimmt, konkrete Beschlüsse zur Umsetzung stehen jedoch noch aus.

Weitere Maßnahmen sind sichere Orte für Kinder, Rückzugsräume für Obdachlose und eine Aufwertung des öffentlichen Raums. Geplant sind unter anderem eine Fußgängerzone in der Kaiserstraße und bessere Beleuchtung, um Konflikte im Viertel zu verringern.

Die Lage dort gilt als angespannt: Rund 3.500 schwer Abhängige leben in Frankfurt, etwa 3.300 gehören zur offenen Szene im und um das Bahnhofsviertel. Vier Drogenkonsumräume mit etwa 50 Plätzen werden jährlich von mehr als 3.000 Personen genutzt, wovon weniger als die Hälfte in Frankfurt gemeldet ist.

2023 stiegen die Betäubungsmitteldelikte um ein Viertel, was maßgeblich zum generellen Kriminalitätsanstieg beitrug. Das Viertel verzeichnet zunehmend offenen Konsum. Crack dominiert die Szene deutlich.

Schätzungen zufolge konsumieren tagsüber rund 300 Menschen illegal im Bahnhofsviertel, viele aus anderen Kommunen mit geringeren Hilfsangeboten. Heroin verliert an Bedeutung, während Alkohol- und Cannabiskonsum zunehmen.

Die Zahl der Drogentoten liegt seit Jahren bei gut 30 Fällen. Neben sichtbarer Verelendung belasten Müll und Konflikte Anwohner und Gewerbetreibende. Hilfesysteme geraten unter finanziellen Druck; Träger warnen, dass reduzierte Öffnungszeiten mehr Konsum in den öffentlichen Raum verlagern könnten. Die Stadt versucht, Mittel für Drogenhilfe zu erhöhen und neue Strukturen zu schaffen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine

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