
Die Auflösung eines illegalen Raves im britischen Dorset sorgt derzeit für heftige Diskussionen. Nach einer Veranstaltung mit rund 2000 Teilnehmern werden der Polizei schwere Vorwürfe gemacht, während die Behörden ihr Vorgehen verteidigen.
Die nicht genehmigte Musikveranstaltung fand am Wochenende in der Nähe von East Lulworth statt. Erste Meldungen gingen laut Polizei am Samstag, dem 4. April, gegen 23:45 Uhr ein. Einsatzkräfte benötigten nach eigenen Angaben „fast 24 Stunden“, um die Situation vollständig aufzulösen.
Vor Ort befanden sich neben den Besuchern mehr als 100 Fahrzeuge. Im Zuge des Einsatzes wurden elf Personen festgenommen, unter anderem wegen „Angriff auf einen Rettungsdienstmitarbeiter“ und „Fahren unter Alkoholeinfluss“.
Die Polizei beschreibt die Lage als „eskaliert“. Einsatzkräfte seien „mit Geschossen beschossen“ worden und hätten bei Maßnahmen wie der Beschlagnahmung von Equipment und Straßensperren „einen gewalttätigen und feindseligen Empfang“ erlebt.
Dem widersprechen Teilnehmer der Veranstaltung deutlich. Ein Besucher stellt die Darstellung infrage und erhebt schwere Vorwürfe: „Die von ihnen angewandte Gewalt war unethisch, unmenschlich und einfach nicht nötig.“
Er schildert die Situation vor Ort anders: „Alle amüsierten sich prächtig, aber die Polizei… fing an, Leute zu Boden zu zerren, sie zu schlagen und anzugreifen, obwohl sie keinerlei Gewalt anwendeten.“
Auch zur Eskalation äußert er sich konkret. Die Menge habe erst reagiert, „als sie anfingen, Leute zu schlagen und anzugreifen“. Zudem habe er beobachtet, wie ein Beamter „einen Mann mit einem Schlagstock schlug, selbst als dieser bereits am Boden lag“.
Dabei räumt er ein, dass auf der Veranstaltung Alkohol und Drogen konsumiert wurden. Gleichzeitig betont er: „Ja, die Leute haben Drogen genommen, ja, die Leute waren betrunken, aber das rechtfertigt nicht, sie zu verprügeln.“
Sein Fazit fällt deutlich aus: „Jeder vernünftige Mensch kann erkennen, dass das einfach nicht gerechtfertigt war.“ Die Polizei weist diese Vorwürfe zurück und sieht ihr Vorgehen als notwendig an.
In einer Stellungnahme heißt es: „Dieses Ereignis hat erhebliche Störungen für die örtlichen Gemeinschaften verursacht, und wir haben angemessene und verhältnismäßige Maßnahmen ergriffen, um es zu einem sicheren Abschluss zu bringen.“
Weiter betonen die Behörden: „Bei dem Einsatz im Zusammenhang mit dem Vorfall, an dem zahlreiche Menschen beteiligt waren, wurden unsere Beamten mit Wurfgeschossen beschossen und sahen sich einem gewalttätigen und feindseligen Empfang ausgesetzt.“
Zudem wird klargestellt: „Gewalt in unseren Gemeinden und gegen unsere Beamten wird nicht toleriert.“ Der Fall erinnert an einen Vorfall in Augsburg, bei dem Behörden unverhältnismäßig hart den dortigen City Club stürmten und daraufhin eine Debatte auslösten (FAZEmag berichtete).
Quelle: Mixmag
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