METOODJS – Plattform und Initiative gegen Sexualisierung und sexuelle Gewalt

METOODJS – Plattform und Initiative gegen Sexualisierung und sexuelle Gewalt

Die aktuellen Hard-Techno-Skandale rund um Sexualisierung und sexuelle Gewalt rücken eine Szene in den Fokus, die sich selbst häufig als Safe Space versteht. METOODJS existierte jedoch bereits vor diesen Entwicklungen und setzt sich dafür ein, Betroffene zu unterstützen. Bislang konnten über 100 Menschen erreicht werden, die ihre Erfahrungen geteilt haben und nun mithilfe eines breiten Netzwerks gegen mutmaßliche Täter vorgehen. Die Plattform versteht sich damit als internationale Anlaufstelle im Kampf gegen Sexualisierung und sexuelle Gewalt in der elektronischen Musikszene.

Seit 2020 arbeitet das Team eng mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt zusammen. Schnell entwickelte sich die Initiative zu einem Kollektiv, das als Hilfestelle und Anlaufpunkt für Opfer fungiert. Das Team besteht hauptsächlich aus FLINTA*-Personen, die selbst in der elektronischen Musik oder verwandten Szenen aktiv sind. Im Laufe der Jahre wuchs das Kollektiv zu einem größeren Projekt heran und umfasst heute nicht nur Personen aus der elektronischen Musikszene, sondern auch Fachleute wie Anwält:innen, Psycholog:innen, investigative Journalist:innen, spezialisierte Organisationen und viele weitere Unterstützer:innen.

Die Initiative stellt die Betroffenen in den Mittelpunkt und unterstützt sie auf Wunsch beim Kontakt untereinander. Öffentliche Maßnahmen erfolgen ausschließlich mit Zustimmung der Betroffenen und in Abstimmung mit Anwält:innen. In der elektronischen Musikszene mobilisiert METOODJS zudem die Community, um Betroffene wirksam zu unterstützen – stets mit Sorgfalt, Vertraulichkeit und Entschlossenheit.

Die Skandale innerhalb der Szene sind keine Einzelfälle. Es handelt sich um Ereignisse, Erfahrungen und Geschichten, die nicht ignoriert werden dürfen. METOODJS sorgt dafür, dass solche Geschichten an die Öffentlichkeit gelangen und Täter nicht durch Macht oder Sichtbarkeit geschützt werden.

Um eine Cancel Culture, wie viele es nennen, die die Täter verteidigen, handelt es sich hierbei allerdings nicht. Es geht vielmehr darum, unsere Szene zu dem Safe Space zu machen, für den wir alle gekämpft haben und in dem wir uns wohlfühlen – und dabei nicht nur die Täter, sondern auch die Mitwissenden oder die, die weggeschaut haben, zur Verantwortung ziehen.

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