Nach Abschied vom Tourleben: Biografie über Laurent Garnier erschienen

Laurent Garnier steht im Mittelpunkt einer neuen Biografie, die jetzt in Frankreich erschienen ist.

Die Philosophin und Essayistin Mathilde Ramadier zeichnet darin den Weg des Franzosen vom musikbesessenen Kind und Bedroom-DJ zu einer der prägenden Figuren der europäischen elektronischen Musik nach.

Garniers Verhältnis zur Musik begann lange vor seiner späteren Clubkarriere. Als Teenager machte er sein eigenes Schlafzimmer zur kleinen Disco, sammelte leidenschaftlich Platten und legte bereits Anfang der 80er-Jahre bei freien Radiosendern auf.

Der Weg in die elektronische Szene war zu diesem Zeitpunkt allerdings keineswegs festgelegt. Nach seiner Ausbildung an einer Hotelfachschule zog Garnier nach London. Dort arbeitete er als Valet in der Residenz des französischen Botschafters und bediente unter anderem Jacques Chirac, Valéry Giscard d’Estaing, Queen Elizabeth II. und Prinzessin Diana.

Seine musikalische Laufbahn nahm schließlich in Manchester eine entscheidende Wendung. Im Haçienda kam Garnier erstmals intensiv mit House Music in Berührung. Besonders ein Stück blieb ihm im Gedächtnis: Farley „Jackmaster“ Funks „Love Can’t Turn Around“ bezeichnete er später als lebensverändernden Moment.

 

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Laurent Garnier begann daraufhin, eigene Mixtapes in Manchester zu verteilen. 1987 erhielt er im Haçienda eine Residency und trat dort unter dem Namen DJ Pedro auf. Der Club gehörte zu den wichtigen Schauplätzen jener Zeit, die später maßgeblich mit der britischen Acid-House-Revolution verbunden wurden.

Nach seiner Rückkehr nach Frankreich entwickelte sich Garnier zu einer zentralen Figur der dort entstehenden elektronischen Szene. 1994 gründete er gemeinsam mit Éric Morand das Label F Communications.

Die Plattform wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt für eine neue Generation französischer elektronischer Musik. Sein Einfluss beschränkt sich dabei nicht auf seine eigene Karriere hinter den Decks.

Garnier trug dazu bei, elektronische Musik in Frankreich stärker in der kulturellen Wahrnehmung zu verankern. Zugleich setzte er sich wiederholt für ein Verständnis von Clubkultur als gemeinschaftliches Erlebnis und kulturelle Ausdrucksform ein.

Die Autorin Mathilde Ramadier beschäftigt sich bereits seit mehr als zehn Jahren mit Garniers Welt. 2013 war sie an der Graphic Novel „Rêves syncopés“ beteiligt, die von seinem Leben inspiriert wurde. Für die nun erschienene Biografie führte Ramadier ausführliche Gespräche mit Garnier und entwickelte das Buch auf dieser Grundlage.

Erst im April verkündete der DJ und Produzent, sich bald vollständig vom Tourleben verabschieden zu wollen. Er liebe Musik noch immer, sei jedoch erschöpft und seine Prioritäten hätten sich verschoben (FAZEmag berichtete).

Quelle: Time To House

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