Nine Inch Nails: „Musikwelt ist scheiße, Entwicklung ist niederschmetternd“

Trent Reznor und Atticus Ross, bekannt für ihr Projekt Nine Inch Nails, widmen sich zunehmend der Filmmusik. In einem Interview mit IndieWire vom 11. Dezember erklärte Reznor: „Was wir [beim Film] suchen, ist die kollaborative Erfahrung mit interessanten Leuten. Das haben wir in der Musikwelt nicht unbedingt bekommen, aus eigenem Antrieb.“

Der 59-jährige Musiker schätzt die Zusammenarbeit mit Regisseuren und kleinen Teams, um eine gemeinsame Vision zu verwirklichen, ohne den Druck der Vermarktung. Ihre Arbeit an Filmsoundtracks wie „The Social Network“ brachte ihnen 2011 einen Oscar, einen Golden Globe und weitere Auszeichnungen ein.

Seitdem haben sie Musik für Filme wie „Gone Girl“, „Der Killer“ und „Soul“ komponiert. Reznor äußerte sich kritisch zur aktuellen Musikindustrie: „Die Kultur innerhalb der Musikwelt ist scheiße. Was die Technologie getan hat, um das Musikgeschäft zu stören, nicht nur in Bezug darauf, wie die Leute Musik hören, sondern auch in Bezug auf den Wert, den sie ihr beimessen, ist niederschmetternd.“

Reznor betonte, dass Musik heute oft nur noch als Hintergrundgeräusch wahrgenommen werde, im Gegensatz zu früher, „wo Musik die Hauptsache war“. Er sage das aber nicht als „alter Mann“, er würde lediglich seine Gefühle zur Musikwelt äußern, die früher eine andere gewesen sei.

„Musik fühlt sich [heute] weitgehend als etwas an, das im Hintergrund passiert oder während man etwas anderes macht“, so der erfolgreiche Produzent. „Das ist eine lange, bittere Geschichte“.

Quelle: Musikexpress

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