Psy-Trance-Ikone stirbt mit 80 Jahren

Psy-Trance-Ikone stirbt mit 80 Jahren

Die Psytrance-Szene trauert um DJ Chicago. Die Goa- und Psytrance-Legende sowie das langjährige Mitglied von 1200 Micrograms ist im Alter von 80 Jahren verstorben.

Die Nachricht wurde von seinem Sohn in den sozialen Medien bestätigt. Demnach starb DJ Chicago nach einem Schlaganfall, einer schweren Blutvergiftung und schließlich einem Herzinfarkt.

„Ich kann es nicht fassen, dass ich diese Worte schreibe“, erklärte sein Sohn. „Mein bester Freund, mein Held, mein Vater, ist heute Morgen gestorben.“ Noch vor wenigen Tagen habe sich sein Zustand nach dem Schlaganfall zunächst verbessert, ehe er aufgrund einer schweren Blutvergiftung erneut notfallmäßig ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Der Sohn schilderte weiter, dass er sich bereits auf dem Weg nach Koh Phangan befand, um seinen Vater zu besuchen. Noch während der Reise erreichte ihn jedoch die Nachricht vom Herzinfarkt.

„Ich war auf dem Weg nach Koh Phangan, um ihn zu besuchen und für ihn da zu sein, aber als ich in Bangkok ankam, erreichte mich die schreckliche Nachricht, dass er einen Herzinfarkt erlitten hatte und es nicht geschafft hat.“

In seinem emotionalen Nachruf würdigte er vor allem die Persönlichkeit seines Vaters. „Er war ein so toller, unterstützender Vater, ich hätte mir keinen besseren wünschen können.“

Besonders in Erinnerung bleibe ihm dessen optimistische Lebenseinstellung. „Sein Motto war ‚Was für ein Leben!‘ und ich bin so stolz darauf, ihn als Vater gehabt zu haben und möchte ihm nacheifern.“

Nur wenige Tage vor seinem Tod hatte sich DJ Chicago selbst noch aus einem Krankenhaus in Bangkok an seine Anhänger gewandt. Damals berichtete er von einer rapiden Verschlechterung seines Gesundheitszustands.

Neben den Folgen des Schlaganfalls litt er unter verschwommenem Sehen auf dem linken Auge, anhaltenden Sprachproblemen sowie zwei weiteren möglicherweise krebsartigen Hautveränderungen.

Trotz dieser schweren Diagnose zeigte er sich kämpferisch. „Es ist ein harter Kampf, aber ich bin fest entschlossen, weiterzukämpfen“, schrieb er damals in seinem letzten öffentlichen Gesundheitsupdate.

DJ Chicago blickte auf eine jahrzehntelange Karriere innerhalb der Goa- und Psytrance-Kultur zurück. Als Mitglied von 1200 Micrograms gehörte er zum Kern einer der prägendsten Formationen des Genres.

Darüber hinaus war er viele Jahre auf Ibiza zuhause und bis zuletzt regelmäßig auf Veranstaltungen der internationalen Psytrance-Szene zu erleben. Entsprechend groß fällt die Anteilnahme innerhalb der Szene aus.

Zahlreiche Künstler, Festivals und Weggefährten verabschiedeten sich in den sozialen Netzwerken von dem Musiker. Besonders emotional äußerte sich Astrix: „Leb wohl, Chicago. Es bricht mir das Herz, diese Nachricht zu hören. Ich habe dich immer so sehr geliebt und respektiert. Was für ein erfülltes Leben du geführt hast!“

Weiter schrieb Astrix: „Ich habe es immer geliebt, dir zuzuhören, wenn du erzählt hast, all deine wundervollen Geschichten über dein schönes Leben. Ich höre mir gerade deine letzte Sprachnachricht an, die du mir vor Kurzem hinterlassen hast. Ich kann es nicht fassen, dass du nicht mehr da bist. Du bist gegangen, aber niemals vergessen. Ruhe in Frieden, Shiki, wir lieben dich.“

Auch das Boom Festival erinnerte an die Bedeutung des Künstlers für die Entwicklung der Szene. „DJ Chicago, ob als Teil von 1200 Mics oder unter seinem eigenen Namen, war eine prägende Figur in der Geschichte dieser Bewegung“, heißt es in einem Statement.

Das Festival verwies auf seine Anfänge in Goa und seinen nachhaltigen Einfluss auf Generationen von Psytrance-Fans und Produzenten. Die Einäscherungszeremonie soll auf Koh Phangan stattfinden.

Anschließend ist eine Gedenkveranstaltung bei Sonnenuntergang am Happy Beach geplant. Darüber hinaus soll zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Gedenkfeier auf Ibiza abgehalten werden.

Mit DJ Chicago verliert die Psytrance-Welt eine ihrer bekanntesten und prägendsten Persönlichkeiten. Die zahlreichen Reaktionen aus der Szene zeigen, welchen Einfluss er über Jahrzehnte auf eine Kultur hatte, die von Gemeinschaft, Verbundenheit und gemeinsamen musikalischen Erlebnissen geprägt wurde. Wir drücken den Angehörigen unser Beileid aus und wünschen ihnen viel Kraft für die kommende Zeit.

Quelle: We Rave You

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