
Trotz durchwachsenen Wetters versammelten sich bei der diesjährigen Ausgabe von „Rave The Planet“ zehntausende Technofans auf der Straße des 17. Juni in Berlin.
Zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule tanzte eine bunte Menge, die aus jungen Partygängern und Veteranen der Loveparade bestand. Die Veranstalter zählten rund 200.000 Besucher, die Polizei sprach von etwa 100.000.
Offiziell wurde die vierte Ausgabe der Technoparade um 14 Uhr eröffnet. Mit dem lautstarken Ausruf des diesjährigen Mottos „Our Future Is Now“ begann eine Pendelbewegung von 35 Floats – beschallten Trucks – entlang der historischen Strecke.
Auf diesen sorgten rund 290 Künstler für elektronische Beats, untermalt von mehr als 50 Redebeiträgen zu politischen und gesellschaftlichen Themen. Im Fokus der Veranstaltung standen nicht nur Musik und Feierkultur, sondern auch klare Botschaften:
Für eine nachhaltige Zukunft, kulturelle Anerkennung elektronischer Musik und gegen Diskriminierung. Die Projektleiterin Ellen Dosch-Roeigh stellte klar: „Es geht nicht um Rekorde. Es geht um politische und kulturelle Botschaften.“
Das Motto spiegelte sich auch in der Vielfalt der Flaggen wider: Während Nationalflaggen untersagt waren, wurden Pride- und Friedenssymbole ausdrücklich begrüßt. Die Organisatoren betonten besonders die Sensibilität der Route.
Die Parade führte unter anderem durch ein Naturschutzgebiet sowie am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma vorbei. Respektvolles Verhalten sei dabei oberstes Gebot gewesen, um die gesellschaftliche Verantwortung der Rave-Kultur zu unterstreichen.
Auch wenn die Zahl der Teilnehmer unter den Erwartungen blieb – in den Vorjahren waren bis zu 300.000 Menschen gezählt worden – wurde die Veranstaltung als Erfolg gewertet. Die Stimmung war ausgelassen, laut Polizeiangaben blieb die Lage überwiegend friedlich.
Es waren rund 1.000 Einsatzkräfte im Dienst, unter ihnen auch Beamte aus Nordrhein-Westfalen. Die medizinische Versorgung wurde von einem eigenen Sanitätsdienst übernommen, der laut Feuerwehrsprecher in enger Zusammenarbeit mit der Berliner Feuerwehr agierte.
Diese meldete mehr als 50 Transporte in Krankenhäuser. „Viele Hundert Patienten“ seien zusätzlich direkt vor Ort behandelt worden – meist wegen klassischer Festivalbeschwerden wie Alkohol- oder Drogenkonsum. In zwei Fällen waren die Verletzungen lebensbedrohlich.
Bereits seit Freitagabend war die Straße des 17. Juni für den Verkehr gesperrt. Auch angrenzende Straßen wurden am Samstag weiträumig geschlossen. Die Berliner Verkehrsinformationszentrale warnte vor Umleitungen und Staus.
Aus Sicherheitsgründen hielten zeitweise keine Züge an den U-Bahnhöfen Brandenburger Tor und Bundestag – die BVG setzte diese Maßnahme vorsorglich um.
In Medienberichten wurde „Rave The Planet 2025“ als kraftvolle Mischung aus politischer Demonstration und musikalischem Happening beschrieben. Gleichzeitig kamen kritische Stimmen aus der Szene zu Wort, etwa zur wachsenden Smartphone-Nutzung während Raves.
Auch wenn das Wetter nicht mitspielte und die erwarteten Besucherzahlen nicht erreicht wurden, zeigte sich das Team um Loveparade-Gründer Dr. Motte zufrieden. Die Veranstaltung transportierte eindrucksvoll ihre Kernbotschaften und bewies, dass elektronische Musik weit mehr ist als nur Party.
Quelle: tagesschau
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