Stuttgarter Kult-Club will internationale House-DJs statt Schlager

Dem Perkins Park in Stuttgart steht eine der größten Veränderungen seiner Geschichte bevor.

Die traditionsreiche Location auf dem Killesberg wird ihr Konzept Mitte September grundlegend neu ausrichten und künftig vor allem auf internationale House-DJs setzen. Der 1980 eröffnete Club zählt zu den bekanntesten Nachtleben-Adressen der Stadt.

Bekannt ist der Perkins Park unter anderem für seine große Glasfront mit Panoramablick über Stuttgart. Über viele Jahre galt die Location als feste Größe im Stuttgarter Nachtleben und wurde oft als „Nobel-Disco“ bezeichnet.

Hinter dem Neustart steht Pächter Michael Presinger, der die Entwicklung des Clubs seit den Anfangsjahren begleitet. Für die neue Ausrichtung holt er sich mit Denis Gugac einen erfahrenen Partner an die Seite.

Gugac betreibt die Comodo Studios und das Zubrovka und ist zudem als Betreiber der Schatzi-Bar auf dem Cannstatter Volksfest bekannt. Künftig soll der Perkins Park laut Echt Stuttgart vor allem freitags und samstags zur Anlaufstelle für Fans elektronischer Musik werden.

Im Mittelpunkt steht melodischer House, ein Genre, das laut Bericht seit Jahren weltweit boomt und zunehmend auch große Hallen in Deutschland füllt. Die Neuausrichtung hängt eng mit den wachsenden Ambitionen der neuen Betreiber zusammen.

„Aufgrund des Erfolgs des Zubrovka Festivals im Schlossgarten sind DJ-Bookings bei uns immer stärker in den Vordergrund gerückt. Um uns langfristig im Markt zu etablieren, brauchen wir für internationale DJs eine Location, die mehr als 1000 Gäste aufnehmen kann. Namhafte DJs wird man künftig oben auf dem Killesberg antreffen“, erklärt Denis Gugac.

Gemeinsam mit Tim Berkemer, Betreiber des Hi Life sowie der Spitzbubenbar auf dem Cannstatter Volksfest, möchte Gugac künftig internationale Größen der House-Szene nach Stuttgart holen. Die Größe des Perkins Parks soll dabei eine zentrale Rolle spielen.

Vor dem Start des neuen Konzepts sind Investitionen in die Infrastruktur geplant. „Im August findet diesbezüglich ein Umbau statt, damit Bühne und Lichttechnik internationalen Standards entsprechen“, kündigt Gugac an.

Ziel ist es, die Voraussetzungen für internationale DJ-Bookings zu schaffen. Der Wandel erfolgt in einer Phase, in der viele Clubs mit steigenden Kosten, verändertem Ausgehverhalten und zunehmendem Konkurrenzdruck zu kämpfen haben.

Während zahlreiche Betreiber versuchen, möglichst unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen, setzt der Perkins Park künftig auf ein klar definiertes musikalisches Profil. Ganz verschwinden sollen bestehende Formate allerdings nicht.

„Die wird es weiterhin geben, aber eben nicht mehr freitags und samstags“, sagt Michael Presinger. Zudem soll die Location künftig noch stärker für Firmenveranstaltungen und andere Events genutzt werden.

Von der Neuausrichtung betroffen sind mehrere etablierte Veranstaltungsreihen. Besonders emotional reagiert Steffen Eiffert, Veranstalter der La Boum Party und einer Schlagerparty. „Für uns bedeutet das, dass wir am 17. Juli vermutlich wirklich die finale La Boum Party im Perkins Park feiern werden“, erklärt er.

Erst vor wenigen Wochen habe die Rückkehr der Veranstaltung in den großen Club knapp 1.000 Besucher angezogen. Trotz der Unsicherheit sieht Eiffert auch die starke Bindung seines Publikums.

„So traurig es ist, bei drei erfolgreichen Partyreihen das Ende hinnehmen zu müssen – der Abschied scheint unsere Gäste noch einmal zu motivieren. Der Vorverkauf hat sich in den letzten zwei Tagen verfünffacht.“

Für die Fans der betroffenen Veranstaltungsreihen bedeutet das Ende im Perkins Park nicht zwangsläufig das Aus. „Natürlich sind wir bereits auf der Suche nach passenden Alternativ-Locations“, sagt Eiffert.

Quelle: Echt Stuttgart

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