
Die internationale Technoszene trauert um Stefan Krachanov. Der bulgarische DJ, Veranstalter und Mitbegründer von Metropolis Music, besser bekannt als DJ Steven, ist im Alter von 64 Jahren verstorben.
Die Nachricht wurde am 10. Juni von Metropolis über Instagram bekanntgegeben. In dem Statement bezeichnete die Organisation Krachanov als „lieben Freund“ und als eine zentrale Figur der bulgarischen Elektronikmusik.
„Wir finden keine Worte, um die Leere in unseren Herzen zu beschreiben“, heißt es in dem Beitrag. Laut Vesti.bg starb er nach kurzer Krankheit. Krachanov wurde 1962 geboren und begann Ende der 1980er-Jahre professionell als DJ aufzulegen.
Größere Bekanntheit erlangte er 1993 durch den Gewinn der ersten bulgarischen DMC-Meisterschaft. Gemeinsam mit dem DJ-Duo Tall, Fat & Small vertrat er Bulgarien später beim DMC-Weltfinale in London.
Einen entscheidenden Meilenstein setzte er 1997 mit der Gründung von Metropolis. Die Veranstaltergruppe entwickelte sich zur einflussreichsten Organisation für elektronische Musik in Bulgarien.
Als Resident-DJ und Booker brachte Krachanov zahlreiche internationale Künstler ins Land, darunter Carl Cox, Sven Väth, John Digweed, Sasha, Jeff Mills, Josh Wink und Ben Klock. Bis zuletzt blieb er unter den Namen DJ Steven und später Stevo Kurt aktiv.
Er legte regelmäßig in Bulgarien auf und veröffentlichte Musik über sein Label Mekanika Recordings. Innerhalb der Szene galt er als einer der Gründerväter der bulgarischen House- und Technokultur.
Besonders emotional fiel die Reaktion von Sven Väth aus. Der deutsche Techno-Pionier erinnerte an seinen ersten Auftritt in Bulgarien gemeinsam mit DJ Steven in Plovdiv sowie an zahlreiche Metropolis-Veranstaltungen und Strandpartys.
„In all den Jahren warst du nicht nur ein hervorragender Veranstalter, sondern vor allem ein wunderbarer Mensch.“ Väth würdigte zudem den Einfluss seines langjährigen Weggefährten auf die Entwicklung der lokalen Szene.
„Zusammen mit deinem Team hast du entscheidend zum Erfolg unserer Musik in Bulgarien beigetragen und dabei geholfen, eine der leidenschaftlichsten und engagiertesten Communities aufzubauen, die ich je erlebt habe.“
Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm die emotionale Verbundenheit von DJ Steven zur Musik. „Ich werde nie vergessen, wie oft du hinter uns gestanden hast, manchmal mit Tränen in den Augen, überwältigt von Emotionen und Glück, wie ein kleiner Junge, dessen Liebe zur Musik und zum Leben nie verblasst war.“
Auch Ben Klock verabschiedete sich mit bewegenden Worten. „Die Nachricht vom Tod von DJ Steven hat mich zutiefst erschüttert. Er war ein wunderbarer Mensch.“ Der Berliner DJ erinnerte sich an seinen ersten Auftritt in Sofia und an einen Moment, der ihn nachhaltig geprägt habe.
„Ihn mit Tränen in den Augen hinter mir auf der Bühne stehen zu sehen, hat mich tief berührt“, schrieb Klock. Für ihn sei es etwas Besonderes gewesen, einen langjährigen Promoter zu erleben, der auch nach vielen Jahren noch so stark von Musik und den gemeinsamen Momenten bewegt werde.
Mit Stefan Krachanov verliert die bulgarische Elektronikszene eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten. Die zahlreichen Reaktionen aus der internationalen Technowelt zeigen, welchen Einfluss DJ Steven über Jahrzehnte hinweg auf Künstler, Veranstalter und die Entwicklung der Szene ausgeübt hat. Ruhe in Frieden.
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Quelle: Resident Advisor
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