
Italiens DJ und Techno-Produzent Sam Paganini beschwerte sich vor einigen Tagen in 2 Instagram-Posts über zu schnellen Techno und traf damit offensichtlich einen Nerv innerhalb der Szene.
„Bei Techno geht es nicht um BPM. Es geht um Groove. Meint ihr nicht, wir sollten einen Schritt zurück machen? Bei meinem Laben geht es genau darum. Also hört bitte auf, mir 160 BPM-Demos zu schicken. Trends sind mir egal“, so Sam Paganini.
Sein Post erhielt eine Menge Resonanz, weshalb er sein Statement wenig später ausbaute. „Warum spielen wir alle schneller, als vor zehn Jahren? Selbst Tech-House wurde 2013 noch mit 123/124 BPM gespielt und liegt jetzt durchschnittlich bei 128 BPM.“
Einen Schuldigen hat Paganini bereits ausgemacht: „Wollt ihr mir echt weißmachen, es läge nicht an den 15 Social-Media-Sekunden?“. Ben Klocks „Subzero“ oder sein eigener Track „Rave“ lägen schließlich auch bei „nur“ 125 BPM.
Der Support ist jedenfalls riesig. Beide Posts erhielten u.a. Likes von Marco Faraone, Fjaak, Timo Maas, Dubfire, Elli Acula, Chris Liebing, Karotte, Gregor Tresher, Moguai, Klaudia Gawlas, Oliver Koletzki, Radioslave, DJ Tennis, Anfisa Letyago, Simina Grigoriu, Anna Reusch und Teenage Mutants.
„Ich stimme dir völlig zu, Sam“, antwortete Thomas Schumacher. „Techno ist so viel mehr als nur 160 BPM ‚Demolition‘. Aber im Moment ist es ein einfacher Verkauf an die Generation Tik Tok“. Es sei klug, den eigenen Kurs zu halten, so der 51-jährige Bremer.
Nakadia pflichtet dem bei: „Ich denke, es hat immer noch mit Covid zu tun. Teenager haben zu viel Energie und während Covid konnten sie diese nicht loswerden. […] Sie hüpfen ein paar Jahre lang zu den Beats in den Clubs, bis die jugendliche Energie verschwunden ist.“
Auf der anderen Seite hätten sich die Älteren während der Pandemie „in ihre Sofas verliebt“. „Es sind also die jungen Leute, die die Clubs füllen – und sie suchen nach höherer Geschwindigkeit“, versucht sich die Produzentin in Diplomatie.
Auch Pig&Dan meldeten sich zu Wort: „Trends kommen und gehen. Es geht darum, was uns unter die Haut geht, da kommt der Groove ins Spiel. Bei Musik mit Seele geht es oft um die Räume, die sie nicht ausfüllt, die Lücken. Je schneller Techno ist, desto weniger Raum hat er.“
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