UK beschließt härteres Vorgehen gegen Ticket-Reselling

UK beschließt härteres Vorgehen gegen Ticket-Reselling

Heute gibt die britische Regierung neue Maßnahmen gegen den illegalen Weiterverkauf von Tickets bekannt. Das Kernziel: Der Wiederverkauf über dem ursprünglichen Verkaufspreis soll künftig keinen Profit mehr ermöglichen. Damit richtet sich das Gesetz insbesondere gegen den professionellen Weiterverkauf, der seit Jahren für stark überhöhte Ticketpreise sorgt.

Bekannte Reselling-Plattformen wie StubHub und Viagogo würden damit deutliche Einschränkungen erfahren. Zwar dürften sie weiterhin Service- oder Bearbeitungsgebühren erheben, diese sollen jedoch begrenzt werden, um Preisaufschläge unter anderem Namen zu verhindern. Die Regeln sollen nicht nur für offizielle Ticketbörsen gelten, sondern auch für soziale Medien, auf denen weiterhin überteuerte, oft unregulierte Angebote kursieren.

Viele Künstler:innen bevorzugen die neuen Pläne. Sie kritisieren seit Langem, dass ihre Tickets teils zu extremen Preisen weiterverkauft werden – mit Summen im Millionenbereich. Artist wie Radiohead, Dua Lipa und Coldplay haben wiederholt betont, dass das sogenannte „Touting“, also der professionelle Ticket-Weiterverkauf, unterbunden werden müsse. Besonders ärgerlich seien betrügerische Praktiken, bei denen Tickets angeboten werden, die Weiterverkäufer:innen noch gar nicht besitzen, in der Hoffnung, diese später günstiger zu erwerben. Für Fans bedeutet dies ein hohes Risiko, Geld zu verlieren oder gar keinen Zutritt zu Veranstaltungen zu erhalten.

Die Reselling-Branche hingegen warnt vor negativen Folgen. Viagogo argumentiert, dass ein striktes Verbot den Handel nur in nicht regulierte Kanäle verdrängen könnte, wo Fans noch stärker von Betrug betroffen wären. Dadurch, so die Kritik, könnten Käufer:innen gezwungen sein, Tickets über deutlich unsicherere Wege zu erwerben.

Ob die Maßnahmen letztlich mehr Fairness für Konzertbesucher:innen bringen oder den Markt verstärkt in intransparente Bereiche drängen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Großbritannien setzt damit ein deutliches Zeichen gegen ein lange kritisiertes Geschäftsmodell.

Quelle: The Guardian

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