UK schickt analogen Techno-Frickler zum Eurovision Song Contest

UK schickt analogen Techno-Frickler zum Eurovision Song Contest

Sam Battle, bekannt als Look Mum No Computer, wird das Vereinigte Königreich im Mai 2026 beim 70. Eurovision Song Contest in Wien vertreten.

Die BBC verabschiedet sich damit von klassischen Pop-Nummern und seichten Balladen und setzt stattdessen auf experimentellen Sound und analoge Schaltkreise. Ein spannendes Zeichen an die Community des ESC.

Battle ist Multiinstrumentalist, Tüftler und YouTube-Creator mit über 700.000 Followern. Vor seiner Online-Karriere war er Frontmann der Indie-Rock-Band ZIBRA und trat 2015 beim Glastonbury Festival auf.

In der Szene gilt er als eigenständiger Live-Performer. Sein Markenzeichen sind selbstgebaute Instrumente. Dazu zählen eine „Furby-Orgel“, ein Star-Wars-Droiden-Orchester sowie der Guinness-Weltrekord für den größten Drone-Synthesizer der Welt.

Seine Arbeit beschreibt er als „wilde Reise“. Mit SynthesizerFahrrädern und Gameboy-Oszillatoren bewegt er sich live zwischen Noise, Pop und Retro-Electro. In seinem Studio „This Museum is Not Obsolete“ in Ramsgate verwandelt er Vintage-Technik in Klangskulpturen und baute sich eine große Online-Fanbase auf.

Auftritte in der Kantine am Berghain oder der Musikbrauerei in Berlin unterstreichen seine Verankerung in der Underground-Szene. Dort genießt er hohes Ansehen als Performer mit exzentrischem Synth-Sound und nerdigem Humor.

Angesichts zuletzt schwacher ESC-Ergebnisse des Vereinigten Königreichs wirkt seine Auswahl wie ein Statement. Die BBC stellte ihn intern als „mutige und originelle“ Wahl vor. Und da ist tatsächlich etwas dran.

Auch beim deutschen Vorentscheid tauchen Acts auf, die sich mit Hilfe elektronischer Musiker ein Ticket nach Wien erhoffen. YouTuber Marti Fischer versucht es mit Italo-Disco, Laura Nahrs Elektro-Pop „Wonderland“ klingt stellenweise nach Artemas. Ähnlich nischig wie bei Battle wird es hier aber nicht.

Sollte es Look Mum No Computer gelingen, seine DIY-Elektronik und Bühnenspinnerei in einen eingängigen Song zu übertragen, könnte der als „mad professor“ bezeichnete Künstler die Durststrecke des Königreichs beenden und ein neues Kapitel in der Geschichte der elektronischen Musik innerhalb des ESC aufschlagen.

 

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