
Zak Khutoretsky, in der elektronischen Szene über viele Jahre bekannt als DVS1, ist Teil einer Debatte auf Instagram geworden, ohne es vermutlich zu wissen. Grund dafür ist ein Ausschnitt des Sets, das der US-DJ und Techno-Produzent beim diesjähriges Echos Of Amsterdam spielte.
Eine Instagram-Userin namens Ana Clara C A Cardoso postete den Beitrag mit den Worten: „Leute bezeichnen diese Art von Techno mittlerweile als ‚Slow‘. Aber das ist echter Techno – roh und authentisch in seiner reinsten Form.“
„Das ist der einzige Techno – alles andere ist Bullshit“ schreibt daraufhin ein User. „Alles Andere“, damit spielt er vermutlich auf aktuelle Trends wie schnelle Techno-Genres an, die über Streaming und TikTok seit Jahren zum Massenphänomen heranwuchsen.
Ein weiterer Kommentar schlägt nämlich in eine ähnliche Kerbe. „Das ist Techno. Worüber diese Leute reden, ist Hardstyle und ich verstehe nicht, wieso sie es Techno nennen.“ Doch eine Debatte braucht auch Stimmen der Gegenseite. Diese gibt es nämlich ebenfalls.
„Oh nein, ich hasse es auch, wenn sich aus einem musikalischen Grundgenre mehrere Subgenres entwickeln – so etwas ist in der Musikgeschichte ja noch nie zuvor passiert; jeder sollte sich nur an eine einzige Musikrichtung halten, alles andere hat keine Berechtigung“, schreibt eine Insta-Nutzerin in spürbar sarkastischem Unterton.
Andere Genres wie Rock, Rap, Klassik, Jazz und Co. müssten ähnliche Diskussionen über sich ergehen lassen, so einige Stimmen. Ein Follower schreibt: „Die Leute müssen einfach ihre Unsicherheiten ablegen und die Musik genießen. Alle Genres sind gut; es ist reine Geschmackssache.“
Obwohl DVS1 selbst in dem Beitrag verlinkt wurde, hat er sich dazu nicht weiter geäußert. Vermutlich würde er ohnehin nicht in Genre-Schubladen denken, sondern in den Fokus rücken, die Musik zu machen oder zu hören, über die sich der- oder diejenige definiert.
In einem Xceed-Interview drei Jahren berichtete er mal von einem DJ, der ihn um Hilfe bat. Er meinte er sei jung, alles um ihn herum stünde irgendwie für eine Art von Techno, die ihn nicht interessiere und er fragte DVS1, wie vertreten könne, was ihn tatsächlich interessiert.
„Versuch nicht, die Leute zu ändern, die bereits eine Richtung eingeschlagen haben, die dich nicht interessiert“, antwortete der US-DJ ihm damals. „Investiere deine Zeit stattdessen lieber darin, Menschen zu finden, die genauso denken und fühlen wie du, die das Gleiche wollen – und such dir Verbündete.“
Vermutlich sind es diplomatische Denkweisen wie diese, die letztendlich nah an der Wahrheit liegen. Räume für verschiedene Geschmäcker und Communitys gibt es für die unterschiedlichsten Genres und der richtige Weg könnte sein, zueinander zu finden, anstatt sich in Mustern abzugrenzen.
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