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Die Berliner Clubszene hat ja schon immer eine Vorliebe für alte Maschinen, Rost und Kabel. In dieses Konzept könnte ein Areal passen, dass in seiner Funktion noch gar nicht der Vergangenheit angehört: der Flughafen Tegel. Bereits im vergangenen Sommer wurde diese Idee in den Raum geworfen. Nun soll sie konkreter werden.

Im Mai wollen sich einige Senatsvertreter, die Clubcomission und diverse Mitarbeiter der Tegel Projekt GmbH am Flughafen treffen, um über die Zukunft der Anlage zu sprechen. Die Gebäude werden gesichtet und es soll über Anbindung und Lärmschutz gesprochen werden. Lutz Leichsenring, der Sprecher der Clubcommission kann sich nach der Schließung des Flughafens mehrere Clubs und Bars auf dem Gelände vorstellen. Auch Festivals seien denkbar.

Man sehe große Vorteile an Tegel als Kulturstandort. Kaum Lärmkonflikte mit den Anwohnern und die Sicherheitsbedingungen für das Gelände seien ideal für Veranstaltungen. Außerdem ist klar, dass in den kommenden Jahren aufgrund von Infrastrukturmaßnahmen und steigenden Mieten, Clubs in der Innenstadt geschlossen werden. Konkret seien fünf Locations bedroht. Mit Tegel als Clubgelände könnte man das sehr gut ausgleichen.

Die Senatsverwaltung für Kultur gibt den Clubbetreibern Rückendeckung. Vor allem in den ersten Jahren nach der Schließung gäbe es viele Räume für die kulturelle Zwischennutzung der Bestandsgebäude. Jedoch gab es auch einen erfolgreichen Volksentscheid der für die Offenhaltung Tegels entschied. Auch der neue Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) forderte, Tegel offen zu halten.

Doch davon will der Senat nichts wissen. Schätzungen haben ergeben, dass die rechtlichen, betriebswirtschaftlichen, finanziellen und stadtentwicklungspolitischen Folgen gegen die Offenhaltung Tegels sprächen. Stattdessen sollen dort Wohnungen und Erholungsflächen entstehen. Geplant sei eine Ansiedlung von Laboren, Start-ups und Wissenschaftseinrichtungen.

Dass ein Club in den Tower einzieht, sei unwahrscheinlich. Da gäbe es zu viele konkurrierende Interessenten. Aber die Turbinentesthalle, in der aktuell Triebwerke geprüft werden, hat eine hervorragende Schallisolierung und sei daher tauglich für einen Rave. Darüber würden sich die dort neu angesiedelten Studenten und Start-up-Mitarbeiter sicher freuen.

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