Kesselhaus Augsburg

Als Partner und langjähriger Freund von Stephan Schulz begleitet Michael Rau, Gründer und Geschäftsführer der Firma MEDIAWORKS, von Beginn an die technischen Installationen im Kesselhaus Augsburg. Michael Rau ist mit seiner Technikfirma im elektronischen Musikbereich groß geworden. Seit 1989 begleitet er Electro- und Technoevents durch ganz Europa und ist dabei für Ton-, Licht- und Videodesign verantwortlich. Neben musikalischen Events hat sich die Firma MEDIAWORKS in den letzten zehn Jahren zu einer festen Größe bei komplexen Industrieevents entwickelt. Clubs und Eventlocations designt und installiert die Firma MEDIAWORKS von Italien bis Dänemark. Bei der Auswahl des richtigen Setups geht Michael Rau sehr pragmatisch vor. Speziell im Tonbereich ist es äußerst wichtig, die für die Räumlichkeit wichtigen Details herauszuarbeiten und hierfür ein belastbares und allumfassendes Konzept zu erstellen. Neben der perfekten Klangqualität steht natürlich auch ein budgetorientiertes Preis-Leistungs-Verhältnis gleich an zweiter Stelle. Dabei achtet Michael Rau sehr genau darauf, nicht jeden Marketing-Hype der Hersteller mitzumachen, lässt sich nicht von Hochglanzprospekten und Showsystemen verleiten, sondern wählt den am besten zur Location passenden Hersteller aus.

Warum Soundprojects?
Soundprojects ist eine kleine Lautsprecherschmiede in den Niederlanden mit einem unglaublichen Potenzial an Tonkunst. Gründer und Geschäftsführer Jan Slooter strebte von Beginn an nach dem idealen und perfekten Klangbild, die Ergebnisse sind atemberaubend. Jan Slooter setzt seit Gründung der Firma in den 80er-Jahren auf aktive Lautsprechertechnik – einer der allerersten Hersteller, damals völlig kontrovers diskutiert und seiner Zeit weit voraus, heutzutage ein alltägliches Bild.
Jan Slooter ist im Laufe der Jahre seiner Linie treu geblieben. Soundprojects baut gut durchdachte aktive Lautsprecher in kleinen Serien, die Entwicklung erfolgt stets im eigenen Haus, alle Komponenten kommen aus Europa und werden in den Niederlanden montiert. Beim Lautsprecherdesign zählt kein Release-Druck, sondern lediglich das Ergebnis. Zudem ist Soundprojects in der Lage, individuelle Lautsprecher und Sonderlösungen zu fertigen – ein unschätzbarer Vorteil gegenüber den großen, völlig unflexiblen, serienoptimierten Massenherstellern. Ebenso lassen sich die Serienlautsprecher für spezielle Anwendungen modifizieren und optimal an die erforderlichen Klangräume anpassen.

The Place = The Challenge
Durch eine ausgeklügelte Licht- und Videoinstallation lässt sich das Kesselhaus in einen wunderschönen Electro-Tempel verwandeln. Die Industriearchitektur, die extreme Höhe, die Galerie in der ersten Ebene laden dazu ein, viele verschiedene Sphären zu schaffen.
Um sich in solch einer Räumlichkeit als Konzertsaal mit guter Akustik zu qualifizieren, steht man vor einer fast unlösbaren Herausforderung. Die flachen Betonwände und die sehr hohe Decke, gekoppelt mit einem Betonboden, erzeugen unerwünschten Nachhall und lange, deutliche Echos. Der absolute Albtraum für einen sauberen, straffen Sound.
Erste Nachhallzeitmessungen zeigten fast unlösbare Probleme auf; in einer Raumsimulation wurden erste Lösungen errechnet. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, erarbeitete Michael Rau ein Konzept zur akustischen Dämmung. Die hohen Glasfassaden an zwei Seiten des Kesselhauses wurden mit einer schallabsorbierenden Konstruktion geschlossen. Dabei lag das Geheimnis in der Berechnung des richtigen Absorptionsgrads der verwendeten Baumaterialien, um Reflexionen zum einen geschickt zu vernichten und zum anderen auch zum Vorteil für den Raum zu nutzen.
Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten kam ausschließlich eine aktive Lautsprecheranlage infrage. Ziel musste es sein, alle nötigen Klangquellen einzeln über einen DSP anzusteuern, entzerren und regeln zu können. Diese komplexe Aufgabe kann durch passive Lautsprecher mit davor geschalteten Systemendstufen nur sehr aufwendig und zu einem vielfach teureren Preis umgesetzt werden.
Der Anspruch war es, eine völlig klangneutrale Tonanlage zu installieren, in Hi-Fi-Qualität, so nah wie möglich an einem Studiomonitor. Jeder Besucher soll hören und fühlen, was der Künstler durch seine Musik zu vermitteln versucht. Natürlich verzeiht solch eine Anlage keine Fehler, DJs und Acts werden im Kesselhaus daher angehalten, mit bester, unkomprimierter Qualität, Original-CDs oder -Platten aufzulegen, da die Anlage selbst kleinste Verzerrungen oder das Klirren schlechter Samples gnadenlos wiedergibt.
Unter diesen Voraussetzungen war Soundprojects die erste Wahl. Jan Slooter war in der Lage, die von Michael Rau ertüftelte Lösung mit seinen Lautsprechersystemen umzusetzen. Dafür wurden die Serienlautsprecher entsprechend modifiziert.

Der Hochtonbereich
Im Hochtonbereich gilt es, nicht gegen die Wände zu schlagen, Verzerrungen zu minimieren und möglichst viel Direktschall auf die Gäste zu bringen. Das erreicht man durch Überdimensionierung der Hochtöner und eine perfekte Direktionalität. Die Main-PA wurde daher als LineArray des Typs Dreamline ausgeführt, eine Linienquelle mit hervorragender Richtwirkung sowohl im horizontalen als auch vertikalen Bereich. Die Nebenschauplätze und Ebenen wie Galerie, Balkon und Bars werden mit Lautsprechern bestückt, deren Hochtöner optimal auf die Klangcharakteristik der Main-PA abgestimmt sind.

Der Mitteltonbereich
Mehr noch als der Hochtonbereich ist der Mitteltonbereich entscheidend verantwortlich für Nachhall durch Reflexionen. Daher gilt es, Lautsprecher mit präzisem Verhalten auszuwählen. Die Bestückung der Dreamline mit 24 Stück 6,5“-Langhubchassis, die über ein extrem definiertes Impulsverhalten verfügen, liefert in Kombination mit der Anordnung als LineArray hervorragende Ergebnisse. Auch hier werden die Lautsprecher der Nebenschauplätze und Ebenen passend zum Mitteltonverhalten der 6,5“ ausgewählt, um ein homogenes Impulsverhalten durch den gesamten Raum zu erhalten. Um der Geschwindigkeit Sorge zu tragen und dennoch ein voluminöses Klangbild zu erzeugen, setzte man in den Nebenschauplätzen auf eine Kombination aus 12“- und 10“-Mitteltonchassis.

Der Low-Frequency-Bereich, auch Mid-Bass genannt
Gestackt als Center-Cluster auf Höhe der Dreamline, zeichnen acht horngeladene Doppel-10“-Langhubchassis für den Frequenzbereich von 60 bis 110 Hz verantwortlich. Das Ergebnis ist ein extrem druckvolles und homogenes Klangbild mit klarer Definition und Richtwirkung. Der Bass entsteht dort, wo er gebraucht wird – und tatsächlich nur dort.
Der Sub-Bereich:
Das Sahnestückchen: Eine komplette Neuentwicklung von Soundprojects, Doppel-21“-Subwoofer mit dem Impulsverhalten eines 15“-Chassis führen zu ultratiefen, unverwaschenen, nicht grollenden Bässen mit schier unendlicher Energie. Hosen- und Nasenhaarflattern garantiert. Man darf wohl sagen, dass dieses Glanzstück einzigartig auf dem Markt ist und in dieser Form seinesgleichen sucht. Sechs dieser Lautsprecher arbeiten von 20 bis 60 Hz. Die Anordnung und die Abstimmung als Basskeule erzeugen auf der Tanzfläche eine extrem gerichtete Basswelle, die zu den Seiten – Barbereiche etc. – gleichförmig abnimmt und dort für Ruhe an den Theken sorgt.

Das Monitoring
Das Monitoring an der DJ-Booth sollte so gut sein wie ein guter Kopfhörer oder Nahfeld-Studiomonitor. Ein gestacktes Monitorsystem aus je einem Doppel-15“-Subwoofer und einem Topteil mit einer 12“/1“-Kombination bildet hier das geforderte Ergebnis ab. Sauberes, ausgewogenes Klangbild, angenehm für die Ohren und ausgelegt für einen Abstand von 2 bis 3 Meter zum Ohr des DJs. Dieses Monitorsystem gilt als Standardsetup und ist für den täglichen Betrieb geeignet. Neutrales Klangbild, keine übertriebenen Bässe, sehr detailreiche Abbildung.

Für Special Acts stehen Event-bezogen und auf Wunsch folgende Kombinationen zur Verfügung:
Subwoofer 2 × 18Inch
Topteil 2 × 12Inch + 1 × 1,4Inch-Subwoofer 2 × 21Inch
Topteil 1 × 15Inch + 1 × 2,0Inch
Mit diesen Kombinationen lassen sich extrem voluminöse Klangbilder reproduzieren, die keine Wünsche mehr offen lassen.

www.kesselhaus.eu

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