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Seit einigen Jahren ist der Kölner Technoproduzent, DJ und Labelbetreiber Lukas Freudenberger Teil der nationalen Technoszene. Minimalistisch und düster ist sein Sound und so auch der seines Labels Stabil. Hier erfahrt ihr mehr über seine Arbeit.

 

Musikalisch hat sich bei dir in diesem Jahr schon einiges getan. So kam zum Beispiel dein neues Album „Amplified“ auf dem Berliner Label Ragnaroek. Was war die Idee hinter diesem Album, hinter diesem Sound? Du wolltest damit auch einem Trend gegensteuern, nicht wahr?

Dieses Album hat mir wirklich einiges abverlangt. Ich habe lange nach einem Konzept gesucht und auch nach einem Label, das dieses Konzept tragen würde. Musikalisch bin ich mir und meiner Linie jedoch treu geblieben, allein schon deshalb, weil ich dem Thema Techno treu geblieben bin. Nur mein Sound ist in sich ruhiger und in gewisser Weise erwachsener geworden. „Amplified“ sollte sich außerdem fernab aller sphärischen oder trancigen Trends positionieren. Die Betonung liegt auf dem unteren Frequenzbereich, die Lead-Sounds in den Tracks sollten in sich stimmig sein und keine Hektik ausstrahlen.

Zwar bleibst du deinem düsteren, darken Sound treu, doch deine Art und Weise, ihn zu präsentieren, hat sich verändert. Erzähl uns doch etwas über dein neues Setup!

Ja, mein Setup hat sich verändert. Ich spiele nun mit Ableton Live statt mit Traktor. Als Live-Act stehe ich bis dato trotzdem nicht auf dem Flyer, wobei die Tatsache, dass ich alle Elemente live zusammenspiele, dafür sprechen würde. Ich produziere alle Spuren und Sounds meines Sets zuvor selbst und nehme sie auf, um sie dann zu einem späteren Zeitpunkt im Club abzuspielen. Da live aber eigentlich erst dann wirklich live ist, wenn man den Ton auch in der Sekunde abspielt, in dem er erzeugt wird – wie es mittlerweile wieder viele Künstler machen –, bezeichne ich mich offiziell noch nicht als richtigen Live-Act.

Arbeitest du auf diese Art der Live-Performance hin? Wäre das auch etwas für dich?

Aktuell bin ich mit meinem digitalen Setup recht zufrieden. Jedoch will ich mir in der nächsten Zeit mehr und mehr Hardware zulegen. Stichwort: Modular-System! Inwieweit ich dieses dann in mein Setup einbinde oder zuvor aufnehme, bleibt abzuwarten.

Seit gut drei Jahren hast du mit Stabil. auch dein eigenes Plattenlabel und bist mittlerweile bei Katalognummer 15 angelangt. Wofür steht dein Label und welche Pläne verfolgst du hier für die Zukunft?

Mein Label sollte ursprünglich eigentlich nur meinen eigenen Sound publizieren. Wenn ich nun selbst keine Originale veröffentliche, bin ich zumindest bei jedem Release als Remixer vertreten. Auf Stabil. erscheint aber grundsätzlich nur Musik, die mir gefällt. Der Bekanntheitsgrad des jeweiligen Künstlers spielt keine Rolle.

Auf welche Gigs und Releases freust du dich dieses Jahr besonders? Und apropos Gigs, eine weitere Veränderung gab es auch, was deren Planung betrifft: Du bist nun seit einiger Zeit bei Inside Booking.

Ja, seit etwas über einem Jahr habe ich die Verwaltung meiner Bookings an Bea Torwellens Agentur Inside Booking abgegeben. Nachdem ich die Jahre zuvor die gesamten Anfragen selbst bearbeitet hatte, war es ein großer Schritt für mich, alles in fremde Hände zu legen. Da ich aber über Bea nur Positives im Bereich der Booking-Abwicklung gehört hatte und sie zudem auch auf privater Ebene – durch ihren Mann Björn – recht gut kannte, wagte ich das Thema „Agentur“. Auf dem zugehörigen Label Oneroot kommt dann dieses Jahr eventuell auch noch eine EP von mir. Ebenso wie auf meinem Label Stabil., aber das ist bisher noch nicht terminiert. Außerdem freue ich mich schon auf die Remix-EP meines Original-Tracks „She Said“ von meinem Album „Amplified“, welche natürlich auf Ragnaroek erscheinen und mit Remixern wie Cortechs vielleicht sogar auf Vinyl kommen wird.

Aus dem FAZEmag 067/09.2017
Foto: Daniel Dicks Media
Text: Julian Haußmann