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Er ist sicherlich eine der schrägsten Persönlichkeiten des Musikbusiness. Seit 2001 taucht der Name Sébastien Tellier immer wieder an allen möglichen und unmöglichen Orten auf. Mit seinem ersten Album „L’Incroyable Vérité“ tourte er im Vorprogramm der Kollegen Godin und Benoit aka Air. Der auf diesem Album vertretene Song „Fantino“ schaffte es auf den Soundtrack von Sofia Coppolas „Lost in Translation“. Vier Jahre später dann veröffentlichte er „Politics“ inklusive des gemeinsam mit Tony Allen, Robin Coudert und Philippe Zdar produzierten Hits „La Ritournelle“. Nach „Sessions“ in 2006 folgte 2011 der von Daft Punks Guy-Manuel de Homem-Christo produzierte Longplayer „Sexuality“. Zwischendurch wagte Tellier den Ausflug in völlig andere Sphären und nahm 2008 am Eurovision Song Contest in Belgrad teil. Erstmalig in der Geschichte Frankreichs präsentierte deren musikalisches Aushängeschild einen englischsprachigen Song, was wenig positiv aufgenommen wurde. Und auch so schaffte es Tellier lediglich auf Platz 18. Nach dem 2012 releasten, als spirituell promoteten „My God Is Blue“ legt der bärtige Franzose nun sein sechstes Album vor.

„Confection“ versteht sich als Soundtrack zu einem nicht existierenden Film. „Mein Wunsch war es, romantische Melodien mit einem Symphonieorchester aufzunehmen. Ich hatte dabei keinen speziellen Film im Kopf, aber ich wurde doch sehr von großen französischen Soundtrackkomponisten wie François de Roubaix und Michel Legrand beeinflusst. Mein Vater war ein großer Fan ihrer Musik, für mich ist das der Sound meiner Kindheit. Ich habe dieses Album gemacht, um mit diesem Teil meines Lebens verbunden zu bleiben“, erklärt Tellier die Intention, aus der heraus „Confection“ entstand. „Sollte ich eines Tages selbst einen Film machen, dann würde das ein super romantischer Streifen. Voller Musik und verrückten Lichtern. Mein Lieblingsregisseur ist Brian De Palma, es würde also etwas in diese Richtung, aber mit einem anderen Szenario.“ Auch weiß Tellier die Freiheit zu schätzen, die das Schreiben eines Soundtracks im Vergleich zu einem regulären Album aus seiner Feder mit sich bringt. „Es ist natürlich viel einfacher, Musik ohne Lyrics zu schreiben. Die Bedeutung der Stücke ergibt sich aus den Noten. Für mich ist das ganz natürlich. Ich fühle mich mit Worten nicht wirklich wohl, auch wenn ich immer was zu sagen habe. Aber Noten lügen eben nie …“, so sein fast philosophischer Ansatz. Wie schon „ La Ritournelle“ arbeitete Tellier für „Confections“ mit Tony Allen, Robin Coudert, Emmanuel d‘Orlando (Streicher-Arrangements) und Philippe Zdar zusammen. „Es war super cool, wieder mit Tony zu arbeiten, er ist fantastisch. Der beste Drummer der Welt. Mein Ziel für ‚Confection‘ war es, ausschließlich mit Musikern zusammenzuarbeiten, die ich sehr respektiere. Rob war für einige Keyboardsounds dabei, und gemixt wurde das Ganze erneut von Zdar. Das ist tatsächlich mein persönliches Dream Team.“ Um das Projekt rund zu machen, holte sich Tellier für das Artwork und das erste Video zu „L’Amour Naissant“ Jean-Baptiste Mondino ins Boot, der schon Clips für Björk, Prince, David Bowie und Madonna drehte. „Er ist Teil dieser Platte. Von ihm stammt auch ihr Titel. Ich lerne viel, wenn ich mit ihm spreche, er ist sehr intelligent und witzig. Er repräsentiert die gute Entwicklung eines Künstlers und ist auch für mich zukunftsweisend.“

www.soundcloud.com/sebastian-tellier

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