nikIn den vergangenen Tage konnte man den Eindruck gewinnen, dass die elektronische Musik-Szene aktuell kein anderes Thema bewege als die Meldung: Westbam tritt nicht mehr bei MAYDAY auf. Da wir vom FAZEmag weit davon entfernt ist, in Sachen MAYDAY/Westbam für eine Partei Stellung zu beziehen, haben wir heute ein Gespräch mit dem Geschäftsführer von I-Motion, Nik Schär, geführt.

Hier die Gesprächsaufzeichnung.

FAZEmag: Danke für deinen Rückruf. Wollt ihr euch zu dem Interview von Westbam auf unserer Seite äußern oder ist aus eurer Sicht alles gesagt?

Nik Schär: Wir möchten  nichts mehr dazu sagen. Wir wollen keine weitere schmutzige Wäsche waschen und ich bin nicht erpicht darauf, das letzte Wort zu haben.

FAZEmag: Aber es muss doch Dinge in dem Interview geben, die du gern widerlegen möchtest, sofern das möglich ist, oder?

Nik Schär: Ich habe Max immer geschätzt und finde es nur schade, dass es jetzt zu solch einem Disput kommen musste. Das war nicht in unserem Interesse und ich bedaure es. Jeder hat ein Recht auf seine Meinung, sei es in Bezug auf das musikalische Konzept oder das grafische Konzept der MAYDAY. Auch Max hat das Recht auf seine Meinung. Dass wir bei I-Motion eine andere Meinung haben, liegt auf der Hand.

FAZEmag: Was hat dich wirklich geärgert an dieser ganzen Situation?

Nik Schär: Der Versuch, unser Motto ‚Made In Germany‘ in den Bereich der rechtsradikalen Symbolik zu stellen, hat mich getroffen. Diese platte Stimmungsmache hat mich schon verärgert. Unzählige deutsche Produkte sind Weltweit unter dem Label „Made In Germany“ hoch geschätzt. Warum sollte nicht auch die MAYDAY dieses Gütesiegel tragen dürfen. Darauf dürfen wir doch stolz sein. Die jungen Russen und Polen sind von der MAYDAY und den DJs aus Deutschland begeistert. Von der Botschaft von Freundschaft, Toleranz und Frieden. Eine gute Botschaft „Made in Germany“ – das nenne ich Völkerverständigung.

FAZEmag: Das heißt, dass Westbam wohl auch nicht mehr auf der MAYDAY in Polen spielen wird?

Nik Schär: Ich denke nicht.