
Ein kostenloser Open-Air-Rave mit Charlotte de Witte hat Anfang des Monats rund 20.000 Besucher:innen ins Zentrum von Genoa gezogen. Die Veranstaltung auf der Piazza Matteotti gehörte zu den größten elektronischen Events der Stadt in den vergangenen Jahren und wurde von der Stadtverwaltung aktiv unterstützt.
Während das Event international Aufmerksamkeit erzeugte und wirtschaftliche Impulse für Gastronomie und Tourismus brachte, löste es innerhalb der lokalen Szene auch kritische Stimmen aus. Einige Akteuresehen darin ein Beispiel für eine zunehmende Fokussierung auf spektakuläre Großevents, die zwar mediale Reichweite schaffen, jedoch lokale Strukturen nur begrenzt einbeziehen.
So wurde unter anderem bemängelt, dass lokale und aufstrebende DJs kaum sichtbar gewesen seien. Die Veranstaltung habe zwar kurzfristige Vorteile für die Stadt gebracht, spiegele jedoch nicht die Vielfalt der regionalen Szene wider. Kritiker argumentieren, dass die kulturelle Entwicklung Genuas in den vergangenen Jahren vor allem von unabhängigen Initiativen getragen wurde – oft ohne größere institutionelle Unterstützung.
Gleichzeitig wird der Rave von vielen Beobachtern als Wendepunkt für die Nutzung öffentlicher Räume gesehen. Großflächige elektronische Events im Stadtraum könnten künftig häufiger Teil der Kulturpolitik werden. Entscheidend werde jedoch sein, wie solche Formate künftig gestaltet werden – insbesondere mit Blick auf Beteiligung, Repräsentation und nachhaltige Förderung lokaler Szenen.
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