
In der Nacht auf Sonntag kam es im Augsburger City Club zu einer großangelegten Razzia. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Augsburg durchsuchte die Polizei die Party-Location am Königsplatz.
Mehr als 200 Einsatzkräfte waren mehrere Stunden im Einsatz, auch Vertreter der Staatsanwaltschaft befanden sich vor Ort. Nach Angaben der Einsatzleitung wurden zahlreiche Personen kontrolliert.
Zu den konkreten Hintergründen der Maßnahme machte die Polizei bislang keine Angaben. Ein Medien vorliegendes Handyvideo zeigt, wie zahlreiche Beamte das Gebäude betraten, darunter auch ein Polizist mit Kamera und Stativ.
Während des Einsatzes wurden der Gehweg vor dem Club sowie Teile der Wallstraße abgesperrt. Hinter dem Gebäude errichteten Einsatzkräfte Zelte. Einzelne Besucher wurden zeitweise festgehalten, befragt und anschließend wieder entlassen.
Auch Gäste des City Cafés befanden sich noch im abgesperrten Bereich. Der City Club, kurz CC, besteht seit 13 Jahren und gilt als feste Größe der Augsburger Subkultur. Bekannt ist der Club vor allem für Raves, elektronische Musik und kulturelle Veranstaltungen.
Er ist ein wichtiger Treffpunkt für die alternative und queere Szene der Stadt. Neben Clubnächten finden im CC auch Konzerte, Flohmärkte, Ausstellungen und kreative Treffen statt.
Einsätze dieser Art und dieses Umfangs hatte es dort bislang nicht gegeben. Entsprechend groß ist die Verunsicherung innerhalb der lokalen Club- und Elektronikszene. DJ Alina Viktoria zeigt sich auf Instagram wütend.
„Unverhältnismäßige Maßnahmen gegen Club- und Subkultur sind kein isoliertes Ereignis. In Zeiten eines spürbaren Rechtsrucks wirkt es besonders beunruhigend, wie gezielt alternative Kulturorte unter Druck geraten während andere Orte unbehelligt bleiben.“
Die in den Kommentarspalten aufkeimende Kritik an unverhältnismäßigen Razzien in Clubs ist auffällig. Ein User schreibt: „Bundeswehr schickt 15 Soldaten, um Grönland zu erkunden. Staatsanwaltschaft schickt 200 Polizisten auf 200qm Club…“
Das könnte dich auch interessieren:
Brutale Razzia in queerem Nachtclub: Festnahmen und Demütigungen