90er-Raves im Colonius: Wilde Technopartys in schwindelerregender Höhe

Mit seinen 266 Metern ist der Colonius-Fernsehturm das höchste Bauwerk Kölns und gilt als eines der Wahrzeichen der Rheinmetropole. Seit Ende der 1999 ist der Turm mit dem Telekom-Schriftzug nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Der zweistöckige Besucherbereich war in den 90er-Jahren unter anderem als Diskothek genutzt worden, in der regelmäßig Techno-und House-Partys gefeiert wurden. Zahlreiche bekannte Künstler waren hier zu Gast.

Dr. Motte, DJ Dag, Cosmic Baby, Kid Paul, und, und, und. Die Liste an illustren Namen, die sich in der ikonischen Location hinter die Decks begaben, ist lang. Einmal wöchentlich fand Anfang der 90er die Clubveranstaltung „UFO” statt, die rund 170 Meter über dem Boden zu Rave und Tanz einlud. Jeden Freitag gaben sich internationale Gäste aus England, Frankreich und den USA gemeinsam mit Deutschlands angesehensten DJs die Ehre und schlugen über den Dächern der Stadt mächtig Alarm.

Da die Kapazität des Clubraums von den Veranstaltern wiederholt überschritten worden war und es darüber hinaus regelmäßige Probleme mit der von den Kölner Fernsehsendern genutzten Richtfunkstrecke gab, waren der Club und somit auch das „UFO” ab November 1993 Geschichte. Die Presse titelte damals bissig: „Kölner Techno-Szene bringt Colonius fast zum Einsturz”. Eine echte Gefahr für den Colonius waren die Raves allerdings nicht wirklich. Fernsehturm-Manager René Bloy sprach zwar kürzlich von „ordentlichen Partys”, zu Sicherheitsproblemen wäre es aber wohl nicht gekommen.

Schaut mal in den Auszug aus der WDR-Doku „Geheimnis Colonius” rein.

Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)


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