
Geboren ist er in den Niederlanden, aufgewachsen in Kanada. Und obwohl sein Vater Musiker und generell die gesamte Familie musikalisch aktiv war, entschied sich apaull nach dem Studium für eine Karriere als Umweltwissenschaftler, Unternehmer und Akademiker. Dennoch begleitete ihn die Musik sein ganzes Leben lang. So sehr, dass der Mittfünfziger nun seine Karriere als DJ, Live-Act und Produzent fokussiert – und es stehen alle Zeichen auf Erfolg. Im Jahr 2022 veröffentlichte apaull seine ersten drei EPs: „4Sol“, „mushMouth“ und „Sans Phobia“ auf dem Label furnace room records. Nach seiner EP „White LeBaron“ im März folgt nun im Mai mit „Depths“ der nächste Output.
Obwohl er ein begeisterter Konsument heutiger elektronischer Musik ist, führen ihn sein musikalisches „Muskelgedächtnis“ und seine Inspirationen zurück in die 1980er-Jahre zu den Anfängen des elektronischen Musikmachens: „Als ich jung war, habe ich Klavier und Schlagzeug gespielt und es geliebt. Ich bin in einigen Bands aufgetreten und habe versucht, meine eigene Musik zu produzieren. Als ich jedoch arbeitete, um mein Studium zu finanzieren und später eine Karriere zu starten, hatte ich einfach keine Zeit mehr, Musik zu machen oder sonst etwas zu tun. Ich parkte diese Ideen und dachte von Zeit zu Zeit darüber nach, als ich ein Umweltberatungsunternehmen aufbaute und dann verkaufte. Dreißig Jahre später, nachdem ich die Fesseln der aggressiven 6-7-Tage-Woche, die für die Leitung eines Unternehmens erforderlich ist, abgelegt hatte, wandte ich meine Aufmerksamkeit etwas ganz anderem zu und begann, Musik zu produzieren. Meine Motivation besteht darin, mir einen Lebenstraum zu erfüllen und ein hohes Maß an Erfolg zu erreichen, wie auch immer dieser definiert werden mag. Ich möchte etwas erreichen und dafür gebe ich mein Bestes.“
Dabei reichen musikalischen Einflüsse bis in die Genres Rock, Industrial, Hip-Hop und Techno zurück: „Der treibende Beat und das scheinbar grenzenlose klangliche Potenzial sowie die Klangpalette im Techno passen am besten zu meiner Kreativität. Zu meinen wichtigsten Einflüssen gehören Skinny Puppy, The Orb, The KLF, Depeche Mode und Boards of Canada.“
Inspiration für seine EP „White LeBaron“ von Ende März fand apaull in einem weißen LeBaron-Cabrio Mitte der 90er-Jahre, an dem er bei seiner täglichen Radtour vorbeifuhr: „Der Track handelt vom flüchtigen und trügerischen Luxus und davon, wie Menschen ihn manchmal benutzen, um die Schmerzen zu verbergen, die unter der Oberfläche liegen. Der Song ist düster und schlammig und ist auch der erste Track, für den ich einen Text geschrieben und gesungen habe. Mein Gesangsstil bei diesem Stück wurde stark von Nivek Ogre von Skinny Puppy beeinflusst. Ich habe mit dem erfahrenen LA-Techno-Produzenten Developer zusammengearbeitet, der die Remixe ,Alpha‘ und ,Omega‘ von ,White LeBaron‘ erstellt hat.“ Seine kommende „Depths EP“ enthält neben dem Original ganze fünf Remixe: „Ich hatte das große Glück, dass der sehr talentierte New Yorker Produzent und DJ John Selway sich bereit erklärt hat, einen Remix für mich zu machen, und ich bin sehr dankbar für die Remixe, von denen er zwei Techno- und zwei Electro-Stücke produziert hat.“ Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, hat sich apaull ein Team aus erfahrenen Leuten zusammengestellt: „Mein Executive Producer ist der erfahrene New Yorker Produzent und DJ Abe Duque. Ich treffe mich wöchentlich mit ihm, um an Tracks zu arbeiten und sie fertigzustellen und um Hilfe zu bekommen, wie man sich im Musikgeschäft zurechtfindet. Seine Ratschläge sind von unschätzbarem Wert und helfen mir dabei, meine Bemühungen in qualitativ hochwertige Ergebnisse zu lenken. Das Hamburger Superstition Entertainment Network ist mein Vertriebspartner, um die Promotion kümmern sich die Berliner von PullProxy. Es ist zwar noch ein langer Weg bis zu dem Erfolg, den ich anstrebe, aber mein Team ist von unschätzbarem Wert, um diesen Prozess zu beschleunigen.“ Sein Ziel für 2023 ist weiterhin, qualitativ hochwertige Musik zu produzieren. Für September ist ein Album geplant, auch arbeitet apaull weiterhin als Umweltwissenschaftler und Professor: „Ich arbeite an Projekten zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in Haushalten, zum Umgang mit Lebensmitteln, die zu Abfall geworden sind, zur mathematischen Modellierung der Auswirkungen von Abfallvermeidungsprogrammen und als Umweltberater für eine Flugshow. Ein Kontrast, aber sehr interessant.“
Aus dem FAZEmag 135/05.2023
Text: Triple P
Foto: Paul Lambert
www.apaull.com