Berlin: Katakomben unter dem Techno-Club Tresor erstmals öffentlich zugänglich

Die Berliner Clubcommission widmet sich mit der Ausstellung „Tanzflächen der Wiedervereinigung“ den bislang wenig beachteten Geschichten der Club- und Jugendkultur rund um 1989.

Mehr als 30 Beiträge aus Berlin und Ostdeutschland hinterfragen die romantisierte Erzählung der wilden 90er und machen unterschiedliche Perspektiven sichtbar. Die Katakomben sind vom 3. Oktober bis 9. November 2026 dafür geöffnet.

„Die sich immer wieder wiederholenden Narrative der wilden 90er, der Technokultur, haben alle ihre Berechtigung, sind aber nur ein Teil einer sehr vielstimmigen Geschichte“, erklärt Kuratorin Katharin Ahrend gegenüber dem Tagesspiegel.

Viele Menschen, Subkulturen und Orte, die ebenfalls relevant waren, kämen in der bekannten Geschichtsschreibung nicht vor. Ihre Kollegin Lisa We betont, dass die Ausstellung keine Kritik üben, sondern die bisherige Erzählung erweitern wolle.

Der Mauerfall sei nicht nur mit dem Hedonismus der Feierkultur verbunden gewesen, sondern auch mit Strukturverlust und Existenzängsten. Gerade diese Erfahrungen hätten die Jugend in Ostdeutschland geprägt.

Für die Ausstellung werden erstmals die unterirdischen Katakomben des Kraftwerks Berlin unter dem Projektnamen SOURCE für ein solches Projekt geöffnet. Der Zugang erfolgt durch den Club Tresor. Fotografieren und Filmen sind in den Räumen strengstens untersagt.

Eine Sound- und Lichtinstallation führt die Besucher zunächst durch enge, dunkle Gewölbe und erzeugt eine intensive, mystische Atmosphäre. Die Idee, die Ausstellung an diesem Ort zu realisieren, bestand bereits länger.

Ein passender Raum fehlte jedoch, bis Ahrend Anfang des Jahres bei einem Treffen mit Tresor-Mitgründer Dimitri Hegemann von den Kellergewölben erfuhr. Nach dem atmosphärischen Auftakt präsentiert die Ausstellung eine Vielzahl an Fotografien, Filmen, Sounds, Zeitzeugenstimmen, künstlerischen Arbeiten und weiteren Exponaten.

 

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Quelle: Tagesspiegel

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