Berliner Underground-Größe verstorben

Berliner Underground-Größe verstorben

Die Berliner Technoszene trauert um DJ Por.No, bürgerlich Martin Wulf, der im Alter von 61 Jahren verstorben ist. Über Jahrzehnte war er eine konstante Präsenz im subkulturellen Nachtleben der Stadt.

Por.No legte dort auf, wo Techno als Werkzeug und nicht als Produkt verstanden wurde: bei illegalen Raves, politischen Aktionen, in Clubs, auf Festivals oder bei nichtkommerziellen Partys. Dabei war er ein richtiger Allrounder. Er war DJ, Techniker, Organisator und Problemlöser zugleich. Soundsysteme aufbauen, Technik reparieren oder Generatoren anschließen, all das gehörte für ihn selbstverständlich dazu. Er stand für Kollektiv statt Karriere, Funktion vor Selbstdarstellung, und war keiner, der im Vordergrund stehen musste und dem Erfolg nachjagte.

Musikalisch war Por.No nicht ganz festzulegen. Seine Sets lebten vom Moment, dem Gespür im Raum, Situationen und Energie. Genregrenzen spielten dabei eine untergeordnete Rolle, entscheidend war allein, ob der Dancefloor funktionierte. Rave bedeutete für ihn Bewegung, nicht nur Posen.

Geboren in Australien, kam Wulf Ende der 1990er-Jahre nach Berlin und blieb. Er arbeitete unter anderem als Techniker, Bühnenmanager und Clubmitarbeiter, etwa auf der Fusion oder im Sisyphos. Er unterstützte zahlreiche Kollektive und Crews mit Technik und Know-how.

Einen Nachruf findet ihr unter anderem bei der taz.

Eines seiner Sets auf der Turmbühne der Fusion könnt ihr hier hören:

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