Best of Submithub Februar 2026

Submithub wurde 2015 gegründet, um den Prozess, Musik an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu senden, zu vereinfachen. Und wichtig: Kuratoren erhalten nur die Musik, die sie auch mögen. Per se wird Submithub am besten von jedem verwendet, der realistische Vorstellungen von Erfolg in der Musikindustrie im Jahr 2026 hat. FAZEmag präsentiert jeden Monat die Favoriten von Submithub-Einsendungen.

Candidate x Saigon — Midnight Dream (Insomniac Records)
Der in Liverpool geborene Kieran Brookes aka Candidate hat sich mit seinem charakteristischen Hip-House-Sound und Releases auf u.a. Hottrax, NeXup, Three Six Zero und Belief einen Namen gemacht. Hier agiert er zusammen mit Saigon aka Dom Townsend und hat einen ravigen Oldschool-High-Energy-House-Track abgeliefert, der sowohl in aktuellen Tech-House-Sets als auch auf 90er-Partys stimmig ist. Ich frage mich, ob das Vocal-Sample von Precious oder MC Lyte stammt.

Djomood — The More I Need (Kookoo)
Jordan Molinié aus Südfrankreich zählt zu meinen Lieblingshouseproduzenten derzeit und seine aktuelle 5-Track-EP auf Kookoo, „Desire Of Love“, beweist, wieso. Der erste Track der EP spielt mit weiblichen House-Diva-Vocals, einem unwiderstehlichen NYC-Vibe, viel Euphorie und Energie. Percussions und Piano ebenfalls on point. Eine 10 von 10. Bitte auf Vinyl pour moi.

HAMEX – I Am So Sorry (Hamex Records)
Hamed Dehghani stammt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und ist dort eine große Nummer. Nach dem Genuss seiner aktuellen Produktion kann ich das absolut gutheißen, obschon ich ihn mit „I Am So Sorry“ eher in Chicago oder New York verortet hätte. Der House-Track ist eine sehr gefühlvolle Hommage an klassische Vocal-House-Produktionen, die auch von Frankie Knuckles gespielt worden wären. Der Chorus ist nicht vordergründig inszeniert, was ich noch etwas sympathischer finde.

HAVENING — nx.o (6228381 Records DK)
Bonnie O’Donnell aka Havening ist ein sehr spannender Elektronikmusiker aus Neuseeland, der irgendwo zwischen Nils Frahm und Aphex Twin angesiedelt sein könnte. Seine aktuelle Produktion zieht Liebhaber*innen experimenteller Electronica in ihren Bann, und der einzige Wunsch nach dem Genuss des Titels ist, dass er noch länger liefe. Absolut großartig.

Kotti Affair — Why Don’t You Love Me (Nervous Records)
Hier kommt der Berliner Andreas Bauer auf dem legendären New Yorker House-Label, das schon unzählige Hits hervorgebracht hat. Ob sein Künstlername jetzt eine Liebeserklärung an das Kottbusser Tor ist, muss er uns mal im Interview verraten. Sein Track jedenfalls ist eine Liebeserklärung an klassischen NYC-House-Sound der 1990er-Jahre. Sehr gefällig und mit klasse eingängiger Hook.

Louis Millne — Touched (Take Notes)
Bereits seit fünf Jahren mischt der Brite Louis Millne mit seinen gerade einmal 24 Jahren die internationale House-Szene auf. Nach gefeierten Releases auf Stress, Nervous oder Another Rhythm liefert er jetzt für Take Notes einen sehr groovigen und dabei wenig vordergründigen Tech-House-Track ab, der mit seinen sehr coolen female Vocals punkten kann. Bohrt sich richtig schön in die Synapsen, Baby.

RUZE — I’ll Be Your/Max Chapman Remix (South)
Das Birminghamer House-Duo RUZE, bestehend aus Curtis Connell und James Becque, bekommt hier Remix-Unterstützung von der Essex-Legende Max Chapman, der bereits seit 2011 die Underground-House-Szene bereichert. Das Ergebnis ist eine federleichte Vocal-House-Produktion mit viel Gefühl und Groove; für Defected vielleicht etwas zu oldschool, aber Mousse T. wird diesen Mix lieben.

Shelf Lives — frissoN (Wipe Out Music)
Das ist mal wirklich frisch und wild. Die britische Band Shelf Lives liefert eine rohe Mischung aus geschrienen Punk-Vocals und einem elektronischen Backing zwischen Techno und The Prodigy. Allerdings sind die Beats eher straight als gebrochen, was der Energie allerdings nicht zum Nachteil gereicht. Sehr interessant, wenn auch eher für den Rock/Crossover-Club geeignet.

Size 9 x Josh Wink x Marco Faraone — I’m Ready (Factory 93 Records)
Der aus der Toskana stammende Faraone widmet sich hier dem 1995er Klassiker von Josh Wink, den er unter seinem Projektnamen Size 9 releast hatte. Der Track war seinerzeit ein Konsens-Hit, und das könnte auch der Bearbeitung von Faraone widerfahren. Auch wenn die Unterschiede zum Original eher marginal sein mögen, zumindest das Sounddesign wurde dem Hier und Jetzt angepasst. Die Lorbeeren gebühren jedenfalls Josh Wink.

Sunny Tales — Into The Unknown (Sunny Side Of Life)
Euphorischen Vocal-Drum’n’Bass, das bieten Sunny Tales aus Österreich. Inspiriert sind sie laut eigenen Angaben von Genre-Größen wie Sub Focus, Hybrid Minds und Metrik. Ihre neue Produktion ist eine unwiderstehliche Mischung aus emotionalem Storytelling und purer Peaktime-Power. Die weiblichen Vocals muss man mögen, da sie einigen DJs drüber sein könnten. Aber ich feiere die Energie und den Enthusiasmus in dem Track.

Teho x Thaylo — Belong (Labo T)
Der regelmäßig in unserem Magazin vertretene Teho verzückt mit seiner neuen Produktion „Belong“. Die zahlreichen Kollabos, die Teho bereits hatte – z.B. mit NTO, Stephan Bodzin, Joachim Pastor oder Einmusik, unterstreichen die hohe Qualität, die seine Releases kontinuierlich bieten. Hier ist er nun wieder auf seinem eigenen Label Labo T, und das nach einem Jahr der Stille. Labelchef Teho und der rising Star Thaylo haben sich für „Belong“ zusammengetan, das Emotionen und Energie mit einer fesselnden melodischen Progression verbindet. Der Track wechselt zwischen Melancholie und Intensität und markiert ein erstes Jahreshighlight für das Label.

TOLVY — Emily (Theory)
Die Französin TOLVY verkörpert eine neue Generation elektronischer Musikproduzenten in unserem Nachbarland. Ihre energiegeladenen, aber dennoch wohlklingenden Vocals stehen dabei in krassem Gegensatz zu den rohen D’n’B-Backings, die phasenweise an Virus oder Hospital erinnern. Ihre neue Produktion zeigt diese anziehende Gegensätzlichkeit vortrefflich. Eine klasse Nummer.