Bondi


Berlin bringt so manch spannendes und einzigartiges Nachtschattengewächs hervor. So auch den Live Act BONDI, hinter dem der Produzent und DJ Daniel Archut als auch der Sänger, Musiker und ebenfalls DJ Alexander Schug stehen. Auf ihre Zusammenkunft und den Start des Acts in 2013 folgten Gigs wie auf dem Fusion Festival und Veröffentlichungen auf Labels wie WellDone hervor. Aus ihren intensiven Jam Sessions und dem DJ Background entsteht ein individueller Sound, der vor allem live immer mehr Fans gewinnt. Die Mischung aus analogen Geräten, digitalen Synths und Live-Gesang machen BONDI zu einem Ausnahme Act, der seine Wurzeln dennoch tief in der Szene hat. In Kürze veröffentlichen BONDI ihre neue EP „Those Days“. Wir haben mit BONDI über ihre Arbeit im Studio, Berlin und zukünftige Projekte gesprochen.

Kurz zu eurer Vorgeschichte – Wie seid Ihr zwei überhaupt bei der Musik gelandet?

Alex: Ich begann im Alter von 5 Jahren mit Klavierunterricht und ein Jahr später mit Chor und Gesang sowie im Alter von 14 Jahren mit Gitarre. Mein gesamtes Leben drehte sich im erheblichen Maße um Musik und war stets ein erheblicher Bestandteil zur Erfüllung von Glückseligkeit.

Daniel: Ich glaube das ist aktuell mein Alternativplan. Momentan befinde ich mich auch in den letzten Zügen meines Studiums, danach will ich den Fokus aber noch mehr auf die Musik und das BONDI Projekt legen. Bei mir ging alles ein wenig später los, als ich 2008 zum Auflegen gekommen bin. Wenig später darauf erfolgten die ersten Gehversuche an eigenen Produktionen und mittlerweile verbringe ich mindestens genauso gerne Zeit im Studio wie auf der Bühne und versuche mich so oft es geht musikalisch weiterzubilden.

“Those Days” auf Well Done steht gerade bei euch in den Startlöchern. Die Texte bei euch sind inhaltlich tiefgehend und kommen sehr persönlich rüber. Wie passt das eigentlich zur Clubkultur und dem Nachtleben?

Alex: Ich verstehe mich beim Texte schreiben immer in einer Situation, in der ich die Möglichkeit besitze durch Worte in Symbiose mit Melodie den Zuhörern Informationen auf einer tieferen Ebene zu übermitteln. Gefühle, Zustände, Ansichten und Erinnerungen kann ich somit bei den Menschen aktivieren und ihnen diesen Moment zu etwas transzendentalen werden lassen. Gerade Nachts in den Clubs, wenn man sich ganz und gar der Musik hingibt, sich schon fast meditativ zur Musik bewegt und sich in Hypnose tanzt ist man, denke ich, aufnahmebereit für solch eine Reise. Es passt somit für mich, auch wenn es anfänglich nicht den Anschein macht, wunderbar in die Clubkultur und das Nachtleben.

Wo seht ihr eure größte Weiterentwicklung im Sound – sei es auf der Bühne oder im Studio?

Daniel: Ich denke unsere Produktionen reifen in ihrer Qualität in dem Maße heran, in dem auch das Projekt aufblüht. Jeder neue Titel ist eine Weiterentwicklung und logische Konsequenz aus unseren gewonnenen Erfahrungen im Studio und auf der Bühne. Da wir momentan mit einem soliden Clubset unterwegs sind werden wir in Zukunft noch offener und grenzübergreifender arbeiten. Schon im elektronischen Kontext, muss aber nicht immer zu 100% tanzbar sein.

Alex: Jeder Tag im Studio ist manchmal mehr und manchmal weniger eine Weiterentwicklung im Sound und in der gesamten Komposition. Es ist schwer eine der täglichen Erkenntnisse und Entwicklungen hervorzuheben und als besonders wichtig zu erachten. Im Allgemeinen befinden wir uns in einem Prozess, in dem bei jedem neuen Track die Symbiose zwischen trippiger & grooviger House/Deep-House-Musik und Elementen wie Gesang und Gitarre sowie unsere Synthesizer mehr gelingt.

Woher nehmt ihr für die Songs die Ideen? Wie ist ein Song wie zum Beispiel „Caught In Between“ entstanden?

Alex: Meine Ideen kommen von Oben. Ich kann nicht direkt fest machen was mir die Ideen und Eingebungen gibt Texte, Harmonien und Melodien zu komponieren. Es ist jedes mal eine Reise in sich selbst, auf die Ebene von Fantasien und Gedanken. Ich sehe unsere Musik als Bildschirm unserer Seele.

Daniel: Das ist ganz unterschiedlich. Häufig nehme ich als Gast von einem tollen Konzert oder intensiven Clubsituation einen dieser magischen Momente auf und versuche das abzuspeichern und später beim Produktionsprozess wieder abzurufen. Dabei geht es in erster Linie nicht immer um den musikalischen Inhalt, sondern eher um das Gefühl in der Situation. Wenn es dann gelingt durch die eigene Produktion dieses Gefühl wieder zu erwecken, bin ich superglücklich und meistens auch zufrieden mit dem Ergebnis.

Wie kann man sich die Arbeit von euch im Studio vorstellen? Jamed ihr zusammen oder kommt einer schon mit konkreten Ideen für einen Song?

Alex: Es kommt tatsächlich beides vor. Manchmal treffen wir uns ohne großen Plan im Studio und schauen, wo uns unsere Laune hin bringt, wir jammen ab, machen drei bis vier Grooves und schauen welcher sich natürlich zu einer ganzen Komposition weiterentwickeln lässt. Es kommt aber auch durchaus vor, dass entweder Daniel oder Ich mit einem konkreten Ohrwurm ins Tonstudio kommen und versuchen den jeweils anderen davon zu überzeugen und oft klappt das auch ganz gut.

Daniel: Natürlich ist die musikalische Ausbildung von Alex in dem Zusammenhang ein großer Vorteil. Manchmal habe ich eine Melodie im Kopf bzw. eine genaue Vorstellung und kann sie Alex vorsummen, welcher sie dann harmonisch korrekt übersetzt und einspielt.

Ihr seid stark in Berlin verwurzelt und seid bei Well Done als auch den Telekollegen zu Hause. Wie wichtig ist euch diese Nähe?

Alex: Ich habe neben Well Done und Telekollegen als aller erstes „Konzeptions“, dass sind Markus Klee, SoKooL und ich, als meine Wurzeln in Sachen Techno und House-Music in Berlin. Die Nähe und Pflege dieser Freundschaften sind unglaublich wichtig für mich, um nie zu vergessen woher man kommt und wer an einen schon von Anfang an geglaubt hat, in manchen Fällen sogar bevor man selber an sich und den musikalischen Erfolg glaubte.

Daniel: Ich bin eigentlich von Anfang an mit beim Telekollegen Kollektiv dabei, das ist quasi meine Familie im elektronischen Clubbereich. Deswegen ist es auch logisch, dass unser erstes Liveprojekt hier ein Zuhause hat. Die Unterstützung und das Feedback aus den eigenen Reihen ist natürlich in der Anfangsphase enorm wichtig. Auch die für mich noch relativ neuen Verbindungen zu Konzeptions und WellDone finden auf einer persönlichen Ebene statt.

Welche Gigs aus der Vergangenheit haben euch bisher am meisten geprägt?

Beide: Die Auftritte auf der Fusion, dem 3000Grad Festival und dem Wilde Möhre Festival waren in der Vergangenheit unglaublich schöne Erlebnisse und bleiben prägend in Erinnerung.

Was sind eure Pläne für die kommenden Wochen und für den Sommer? Was steht so bei euch an?

Beide: Im Endeffekt der normale Alltag. Unter der Woche geht’s täglich ins Tonstudio und am Wochenende hoffentlich so oft wie möglich auf die Bühne. Im Sommer nehmen wir wieder das ein oder andere Festival mit, viele neue sind dabei und darauf sind wir natürlich sehr gespannt. Dazu freuen wir uns noch auf die nächsten Veröffentlichungen auf Einmusika, WellDone! Music und Warung Recordings.

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