Boykott oder Bedenken? Psytrance-Festival kurzfristig abgesagt

Ein unerwarteter Rückschlag für die elektronische Szene: Das Anta Gathering in Portugal wurde nur wenige Stunden vor Beginn abgesagt.

Das Psytrance-Festival sollte vom 28. August bis 1. September in Viseu stattfinden. Offiziell begründeten die Behörden die Entscheidung mit „Brandbedenken“ auf dem bewaldeten Gelände nahe São Pedro do Sul.

Die Veranstalter, die israelischen Brüder Shahar Pierre Bickel und Dean Bickel, sprechen dagegen von politischem Druck. In einer Erklärung über Instagram hieß es, Aktivisten hätten „monatelang daran gearbeitet, unsere Vision zu sabotieren“.

Laut den Organisatoren seien die Behörden „unter Druck gesetzt“ worden, eine Brandschutzzone einzurichten, was schließlich zur Absage führte. Im Zentrum der Kritik steht der mutmaßliche Hintergrund eines der Hauptorganisatoren.

Nach Angaben des Comité de Solidariedade com a Palestina, einer BDS-Ablegergruppe in Portugal, sei Shahar Bickel ein „Reservist, der im Oktober 2023 nach Israel zurückgekehrt ist“ und bis Dezember desselben Jahres gedient habe.

Zudem sei er Soldat im „Sayeret Nahal-Bataillon“, das in Konfliktgebieten wie Gaza und dem Westjordanland operiert. Die BDS-Kampagne hatte im Vorfeld öffentlich zum Boykott des Festivals aufgerufen.

Das Festivalgelände wurde von den Organisatoren selbst als „unberührtes Heiligtum aus Wäldern, Flüssen und Seen“ beschrieben. Doch Bürgermeister Vítor Figueiredo erklärte gegenüber der Zeitung PÚBLICO, die Absage sei eine reine Sicherheitsmaßnahme gewesen, da „die große Menge an brennbarem Material auf dem Boden“ ein Risiko dargestellt habe.

So bleibt unklar, ob politische Kampagnen oder reale Sicherheitsbedenken den Ausschlag gaben. Fest steht: Mit der kurzfristigen Absage verliert die Psytrance-Szene in Portugal ein Festival, das im Kalender vieler Fans fest verankert war.

Quelle: Mixmag

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