„Breakthrough“ – Neues Buch kürt 20 legendäre Electronic-Alben

 

Foto: Palma Llopis

Mit „Breakthrough – 20 Artists on the Album that Changed Everything“ ist Ende Juli ein Buch erschienen, das sich den Geschichten hinter einigen der prägendsten Alben der elektronischen Musik widmet. Zu den vertretenen Acts gehören unter anderem Richie Hawtin (Plastikman), Tricky, William Basinski, Max Richter, Laraaji, Pole, A Guy Called Gerald, Moby, Octo Octa, Call Super, Flying Lotus, Peaches und Morton Subotnick. Autorin Emma Robertson liefert Einblicke.

Aus dieser Fülle großartiger elektronischer Alben nur 20 auszuwählen, muss schwierig gewesen sein. Welche standen zuerst auf der Liste?
Die Auswahl auf 20 Alben zu begrenzen, war echt hart. Es gibt unzählige großartige Platten, und die Liste wurde mit der Zeit nur länger. Meine Augen und Ohren waren ständig offen für neue Ideen. Sehr früh standen „Silver Apples of the Moon“ von Morton Subotnick, Laraajis „Celestial Vibration“ und William Basinskis „The Disintegration Loops“ darauf – echte Klassiker.

Kannst du uns ein paar der „honorable mentions“ nennen, die es nicht ins Buch geschafft haben?
Es sind zu viele, um sie alle zu nennen. Viele Alben fielen weg, weil die Artists nicht teilnehmen wollten. Andere passten formal nicht, weil es EPs, Singles oder Mixtapes waren. Und manche Platten hatten einfach keine starke Geschichte. Ich wollte niemanden interviewen, der nur ein paar Banger produziert und sie im LP-Format zusammengestellt hat.

Ab wann verdient sich ein Album denn überhaupt das Attribut „prägnend“?
Für mich ging es immer wieder um ein paar zentrale Fragen: Bleibt es im Gedächtnis? Hat es Resonanz? Lohnt es sich auch heute noch, gehört zu werden?

Du hast Interviews mit allen 20 Artists geführt. Welches war für dich besonders interessant oder inspirierend?
Alle waren besonders. Mein Lieblingsinterview der Reihe war aber das mit Laraaji. Es war das erste Gespräch, das ich für dieses Projekt geführt habe, und seine Geschichte ist voller Freude und Erhebung. Sie hat mich daran erinnert, dass das Leben einen überallhin führen kann.

Kann heute noch ein ähnlich transformatives elektronisches Album entstehen – oder hat sich die Bedeutung eines „Breakthrough Albums“ verändert?
Die Wege, auf denen Artists heute durchbrechen, sind natürlich andere als früher. Heute kann so etwas über TikTok passieren. Aber grundsätzlich gilt für mich: Wenn man etwas schafft, das Bedeutung hat, bei anderen Resonanz erzeugt und bleibt – dann ist genau das ein Durchbruch. Ich hoffe, dass diese Form menschlicher Verbindung immer existieren wird.

Aus dem FAZEmag 174/08.26
Foto: Palma Llopis
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