
Der britische Produzent, Komponist und Elektronikmusiker William Orbit ist tot. Wie seine Familie und Freunde über seine Social-Media-Kanäle mitteilten, starb Orbit bereits am 23. Juli zu Hause. Er wurde 69 Jahre alt. Eine Todesursache wurde nicht genannt.
Geboren wurde Orbit 1956 als William Wainwright in Nordlondon. Seine Laufbahn begann Anfang der 1980er-Jahre mit dem Ambient-Trio Torch Song, später baute er mit Guerilla Studios ein eigenes Studio auf und arbeitete zunehmend als Remixer, Produzent und Soundtüftler. Auch als Labelbetreiber prägte er die elektronische Musik mit: Über Guerilla Records erschienen wichtige Progressive-House-Veröffentlichungen, unter anderem von Spooky und React 2 Rhythm.
Seinen größten popkulturellen Einfluss hatte Orbit Ende der 1990er-Jahre. Nachdem er zuvor bereits Remixe für Madonna angefertigt hatte, produzierte er 1998 ihr Album „Ray of Light“ mit. Die Platte verband Pop mit Trip-Hop, Techno, Ambient und elektronischer Produktion und gilt bis heute als einer der wichtigsten Wendepunkte in Madonnas Karriere. Für seine Arbeit an Album und Titelsong wurde Orbit mit Grammys ausgezeichnet.
In der Folge arbeitete Orbit unter anderem mit Blur, Britney Spears, P!nk, Queen, All Saints und U2. Parallel veröffentlichte er eigene Musik, darunter die „Strange Cargo“-Reihe sowie „Pieces in a Modern Style“, auf dem er klassische Kompositionen elektronisch neu interpretierte. Seine Bedeutung lag vor allem darin, elektronische Produktionsweisen in den Mainstream-Pop zu übertragen, ohne deren experimentellen Kern vollständig zu glätten.