
Herbst – die Clubsaison startet. Eigentlich eine gute Nachricht. Doch viele Veranstalter und Clubbesitzer bangen. Die Stuttgarter Nachrichten berichten zum Wochenende von der Situation vieler Stuttgarter Veranstalter. Clubs fürchten Einführung der Maskenpflicht. Die hohen Energiekosten und die Folgen der Pandemie machen ihnen zu schaffen. Laut der Stuttgarter Nachrichten haben die ansässigen Clubs haben immer noch mit den Nachwehen von Corona zu kämpfen. Und das trifft nicht nur auf Baden-Württemberg zu. Denn annähernd zwei Jahre Berufsverbot gingen jedem Club an die Substanz. Viele haben nur überlebt, weil sie Kredite stundeten, neue Kredite aufnahmen, ein Impfzentrum eröffneten oder ihr Erspartes einbrachten. Nun fürchten die Clubs, dass eine Maskenpflicht im Verbund mit den hohen Kosten für Strom und Gas ihnen endgültig das Licht ausknipsen könnte.
Das Club Kollektiv ist ein Zusammenschluss der Stuttgarter Clubbetreiber. Gemeinsam mit dem Verein Clubkultur Baden-Württemberg das Club Kollektiv seine Mitglieder nach ihrer Geschäftssituation gefragt. Wie die Stuttgarter Nachrichten schreiben, erklären von 23 Betreibern fast die Hälfte, für Herbst und Winter nicht mehr finanziell gut aufgestellt zu sein. Die Reserven seien aufgezehrt.
Aufgrund der steigenden Energiepreise rechnen die Betreiber – je nach Größe der Clubs – von einem Anstieg der Energiekosten um bis zu 75 Prozent. Sollte man die Kosten auf Eintritt und Getränke umlegen, würde dies zu großer Unzufriedenheit und zu einem Rückgang der Besucher führen.
Fast 80 Prozent der Clubbetreiber rechnen zudem damit, dass ihr Geschäft durch mögliche Corona-Einschränkungen negativ beeinflusst wird. Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vorangetriebene und von Landessozialminister Manfred Lucha aufgegriffene Diskussion um eine Maskenpflicht in Innenräumen sorgt bei den Betreibern für große Befürchtungen. Auch eine Kapazitätsbeschränkung halte man wieder für möglich, das sei derzeit nur eine Annahmen, aber die vergangenen zwei Jahre mit ihren immer wieder kurzfristigen Verschärfungen würden noch tief sitzen.
Alexander Scholz, erster Vorsitzender des Club Kollektiv und Betreiber des Perkins Park sagt: „Wir fordern einen sicheren, aber realitätsnahen Clubbetrieb für die Wintermonate. Dies bedeutet für uns vor allem ein Verzicht auf die Einführung einer Maskenpflicht, damit die Verluste aus den letzten zwei Jahren nachgeholt und die hohe Inflation sowie die Energiekosten ausgeglichen werden können.” Sollte die Pandemie kaum noch das Geschäft beeinflussen, könne sich die Branche erholen. Andernfalls drohen buchstäblich an manchen Orten die Lichter auszugehen.
Dies ist nicht alleine ein Problem von BaWü. Auch die Clubbetreiber in anderen Bundesländern schauen kritisch in den Winter. Es ist nicht abzusehen, wann und wenn wie schnell Einschränkungen von den jeweiligen Landesregierungen kommen werden.