
Das Kölner Kollektiv krakelee hat sein Crowdfunding-Ziel für einen genossenschaftlich organisierten Club- und Kulturort im Otto-Langen-Quartier in Köln-Mülheim erreicht und mit knapp 86.000 Euro sogar übertroffen. Anvisiert waren 80.000 Euro.
„Was haben wir gezittert in den letzten Wochen und Monaten. Aber diesen wichtigen Meilenstein haben wir jetzt dank eurer Hilfe geschafft. Danke!“, schreibt das Team sichtlich erleichtert in einem Update.
Ganz abgeschlossen ist die Kampagne noch nicht. Bis zum 28. Februar kann weiter unterstützt werden, um zusätzlichen finanziellen Spielraum zu schaffen. „Jeder zusätzliche Beitrag schenkt uns mehr Möglichkeiten für den Aufbau unseres Clubs”, heißt es in einem Gespräch mit Groove.
Neu hinzugekommen seien unter anderem ein besticktes „krakeelen”-T-Shirt, DJ-Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene, eine Bush.Ida-LP, Tickets für das Punk-Festival Müllem Mon Amour sowie Getränkegutscheine der Mülheimer Kneipe Limes.
Auch die finale Künstlerliste der geplanten Vinyl-Compilation ist einsehbar. Das Geld wird Anfang März über die Plattform Startnext eingezogen. „Wir sind jetzt schon unglaublich happy und freuen uns riesig darauf, bald mit euch anzustoßen.”
Krakelee hatte zuvor Veranstaltungen im Gewölbe, Odonien, JAKI, YUCA sowie in Off-Locations und bei Partys in Wäldchen rund um Köln organisiert. 2020 formierte sich die Gruppe mit der Vision, ihre bisher unentgeltliche Kulturarbeit zu institutionalisieren.
Entstehen soll ein Club im ehemaligen Verwaltungsgebäude des historischen KHD-Industrieareals, das 2027 als dauerhafter Raum für Subkultur und musikalische Vielfalt etabliert werden soll.
„Wir möchten auch politische Bildungsarbeit betreiben und kulturelle Räume – zum Beispiel für Workshops, Lesungen, Konzerte & Co. – zur Verfügung stellen, die sonst nur schwer zu bekommen sind“, erzählte uns Mitglied Sophia bereits 2023 im Interview.
Nun wird der Traum wahr. Das Gebäude liegt auf der rechten Rheinseite, unweit von Gebäude9 und Bootshaus. Das 20-köpfige Team setzt auf eine Genossenschaft statt auf Investoren. Ziel sei ein Club ohne alleinige Entscheider und Existenzängste.
Auch ihre Community jubelt. „80.000€ geschafft! Freue mich mega für euch, liebe Genossinnen“, schreibt ein User auf Instagram. Eine weitere Nutzerin schreibt „Ihr seid echt toll! Kommt an mein Herz!!!“
Fördermitglieder bauen mit Genossenschaftsanteilen Eigenkapital auf, die operative Verantwortung bleibt bei der Crew. Musikalisch soll es elektronisch werden, „mal ein bisschen düster, experimentell, hypnotisch und sehr technoid oder mal ein bisschen wärmer, verspielt und energetisch.”
Neben Clubnächten sind zudem Konzerte, Workshops, Diskussionen und ein Cafébetrieb geplant. Als nächste Schritte nennt das Kollektiv das Ende der Crowdfunding-Kampagne und die Einreichung des Bauantrags im Mai. Läuft alles nach Plan, könnte Ende 2027 eröffnet werden.
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Quelle: Groove
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