
Am vergangen Wochenende fand trotz Matsch und ungünstigen Wetterbedingungen das Nibirii Festvial 2023 am Dürener Badesee statt. Drei Tage lang feierten rund 40.000 elektronische Musikfans, verteilt auf vier Floors, ausgiebig die Musik, die sie alle verbindet. Das Line-Up des Nibirii Festvials 2023 konnte sich definitiv hören und sehen lassen: Neben Top-Acts wie I Hate Models und Lily Palmer stellte unter anderem Techno Germany einen Floor mit DJs wie Nico Moreno, Trym, dem maskierten Neongraveyard und Unreal Resident Johannes Schuster und vor allem auch bekannte Künstler aus der Psytrance- und DnB-Szene wie Neelix oder Vini Vici.
Besonders das Festivalgelände konnte bei uns punkten. Der See mit Strand sorgt für eine sommerliche Atmosphäre und durch den kleinen Zugang an der Techno Stage zum Wasser und den Tretbootverleih blieb das Badesee-Feeling definitiv nicht aus. Jede Stage war individuell gestaltet und besonders beeindruckend fanden wir die Laser und Visuals, die bei Nacht ihre volle Wirkung zeigten. Die Psytrance-Bühne war als faszinierend hohe Pyramide aufgebaut und wurde mit Feuer und Feuerwerk komplettiert. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, denn ein Design dieser Art und insbesondere Höhe haben wir bisher auf keinem Festival gesehen. Zudem bot jede Stage ausreichend Platz und festen Boden, sodass die Festivalbesucher entspannt feiern konnten ohne Gedrängel oder „Sardinenbüchse-Feeling“.
Als Highlight können wir auf der Techno Stage Reinier Zonneveld und Nico Moreno nennen. Im Bereich Psytrance waren Blastoyz und Neelix weit vorne, gefolgt von Luude und AMC bei Drum n Bass. Allgemein kann man sagen, dass das Nibirii Festival wohl eines der besten und zugleich vielfältigsten Line-ups des Jahres zu bieten hatte. Hier kam jeder auf seine Kosten. Das Nibirii Festival bietet außerdem die Option auf Camping an. So kann man maximal fünf Laufminuten vom Festivalgelände entfernt von Donnerstag bis Montag sein Zelt aufschlagen. Für den Camping-Aufpreis bekommt man nicht nur ein paar Quadratmeter Platz, sondern auch einen kleinen Einkaufsladen, der 24/7 zur Verfügung steht, feste kostenlose Duschen, einen Toilettenwagen mit Waschmöglichkeiten und das Angebot für Workshops wie Yoga in musikalischer Begleitung eines DJs. Das Angebot können wir nur loben, da andere Festivals noch immer auf Dixi-Toiletten und Gartenschlauch-Duschen setzen. Durch die Nachtruhe ab 22 Uhr war es möglich nach einem anstrengenden Tag die Augen zu zu machen, Feierwütige sind auf dem Campingplatz trotzdem definitiv auf ihre Kosten gekommen, denn die Stimmung war trotz Wetter grandios. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.
Kleiner Nachteil beim Camping ist, dass striktes Glas- und auch Generatorverbot gilt. Autos müssen auf dem dafür vorgesehenen Parkplatz bleiben, so muss man leider sein gesamtes Hab und Gut wie bei vielen anderen Festivals bis zum Zelt tragen.
Damit wären wir beim letzten Punkt, der unsere Vorfreude bei der Anreise leider etwas geschmälert hat. Das Wetter war leider unerwartet schlecht am Donnerstag und Freitag mit starkem Unwetter, sodass Campingplatz und Parkplatz im tiefem Matsch versunken. Bei unserer Anreise mit dem Auto am Freitagnachmittag war das Personal zum Einweisen leider völlig überfordert und so wurden wir mehrere Male wieder weg und durch den Ort geschickt. Grund dafür war, dass der Parkplatz gesperrt wurde und anreisende Gäste ihr Auto gar nicht abstellen konnten. Als wir unser Auto wie viele andere Verzweifelte an der Straße abstellten hieß es, dass wir abgeschleppt werden. Erst Stunden später war es möglich den Parkplatz zu befahren. Da hatten wir unsere Sachen schon durch den Matsch getragen. Die Organisation und Planung für diesen Fall war leider nicht ausreichend, aber wir gehen davon aus, dass die Veranstalter daraus gelernt haben. Glücklicherweise gab es außerdem für den Campingplatz ausreichend Stroh, sodass das Camp ausgelegt werden konnte und der Matsch nur noch Nebensache war. Dafür definitiv Daumen hoch. Das Festivalgelände war vom Matsch übrigens nicht betroffen und als am Samstag die Sonne raus kam, trocknete auch ein Großteil weg.
Fazit:
Das Nibirii Festival hat in ganzer Linie überzeugt. Sowohl das Line-up, als auch die Location und die Organisation wirkten stets durchdacht und mit Liebe geplant. Das Wetter hat all dem auch schlussendlich kein Abbruch getan. Wir kommen gern wieder!
