Auch dieses Jahr hat die Tante all ihre Nichten und Neffen wieder zum Tanzen eingeladen. Das Elektro-Festival „Tante Mia Tanzt“ in Vechta, nähe Bremen, glänzt nicht nur mit EDM-Sound, sondern auch jährlich mit bekannten Techno-Acts und einer großen Hardstyle-Stage. Man kann also sagen es ist für jeden etwas dabei. Wir waren für euch vor Ort und haben mal abgecheckt, was die Tante so drauf hat.

Zu erst einmal muss man sagen, dass die Veranstalter sich beim diesjährigen Line-up nicht lumpen lassen haben. Mit dabei waren nicht nur Dubfire, Boris Brejcha, Aka Aka und Afrojack, sondern auch Da Tweekaz, Ran-D und Jebroer. Keine Frage, dieses internationale Mega-Line-up ist einfach überzeugend. Doch bei der Planung der Timetable ist uns aufgefallen, dass viele der begehrten Künstler zur gleichen Zeit spielten und damit nachmittags eine „Lücke“ mit eher unbekannten Acts klaffte. Das bestätigte sich auch in einigen Gesprächen mit Besuchern, die ein „Tief“ beschrieben. (Versteht uns nicht falsch, wir supporten liebend gerne Newcomer und noch unbekannte Künstler, aber wir würden auch gerne mehrere Headliner sehen können.) Doch das sind Beschwerden auf hohem Niveau, das Line-up war spitze. Punkt.

Das Gelände des Festivals hatte auch dieses Jahr wieder drei Open-Air-Stages und ein Zelt. Neu war dieses Jahr das Riesenrad, das bei vielen natürlich für Coachella-Vibes sorgte. Die Hauptbühne, auf der größtenteils EDM lief, hatte eine Größe, die es sonst nur auf internationalen Events gibt und dazu ein aufwendiges Lichtdesign. Dafür, dass das Festival erst 2016 das erste Mal stattfand, ist dies ziemlich beachtlich. Respekt. Und auch die Hardstyle-Stage sorgte für überragende Stimmung mit Feuer-Effekten. Ein wenig nachgelassen hat im Vergleich leider die Techno-Stage. Mit einer großen Lücke von geschätzten sechs Metern zwischen Bühne und Feiervolk fehlte jegliche Nähe zum DJ bzw. zum Publikum. Das finden wir schade, allerdings kann man auch hier, was die Bühne an sich angeht, nichts Negatives sagen. Das große Zirkus-Zelt überzeugte derweil ebenfalls mit ausgefeiltem Design.

Wer an Festivals das gute Essen mag, ist beim Tante Mia Tanzt definitiv richtig. Dieses Jahr gab es nicht nur klassisch Pommes und Burger, sondern auch Handbrot, Kartoffel-Tornados, Bubble-Waffles, Sushi, Asiatisch und Burritos. Von dem Angebot sind wir tatsächlich ziemlich begeistert. Platz zum Sitzen gab es auch direkt an den Ständen, leider nur nicht genug. Aber dazu kommen wir jetzt.

Ein Punkt, den wir nun leider wirklich kritisieren müssen, ist die Menge der Menschen, die das Festival besuchten. Die „kleineren“ Stages, also die Hardstyle- und die Techno-Bühne, waren zeitweise sehr überfüllt, die Toiletten ebenfalls. (Pluspunkt ist aber definitiv das Angebot von Dixi-Toiletten und zusätzlich einem Toiletten-Wagen. Frauen werden verstehen, was ich meine.) Hat man einen Blick von oben über den Platz geworfen, so ist einem dies auch aufgefallen. Besonders die Wege zwischen den Stages konnten da schon mal länger dauern und konnten nervenaufreibend werden. Der Einlass zum Gelände verlief aber schnell und reibungslos.

Das Publikum beim Tante Mia Tanzt lässt sich definitiv nicht von dem eines Techno-Festivals vergleichen. Zwischen Coachella-Girls, Charts-Liebhaber und Festival-Neulingen geht die intime Atmosphäre der Techno-Szene definitiv verloren. Wer also auf Underground-Techno-Flair und eine entspannte enge Atmosphäre hofft, wird vermutlich enttäuscht. Aber das kann man auch schon beim Line-up erahnen.

Fazit: Das Tante Mia Tanzt ist kein kleines Festival aus dem Norden mehr, es ist ein wahrer Konkurrent für alle großen und bekannten Open-Airs in Deutschland. Man sieht genau, dass ein gut durchdachtes Konzept hinter dem Event steht und die Liebe zum Detail nicht vernachlässigt wird. Die Preise, auch für Getränke, sind absolut in Ordnung. Leider war die Kapazität des Geländes maximal ausgeschöpft. Dennoch hatten wir definitiv viel Spaß und können das Event guten Herzens weiterempfehlen. / Lina Schlüter

 

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