
Seit 1994 gehört der DJ und Produzent David Dorad mittlerweile zum festen Interieur der Berliner Technoszene. Geboren in Halle kam Dorad nach der Wende zunächst als Hausbesetzer in die Bundeshauptstadt, wo er anschließend mit dem Auflegen begann und seine folgende Karriere nicht nur mit großartigen Releases, sondern auch mit der Gründung des Kollektivs Bachstelzen schmücken durfte. Mit „Murmel“ – einer Ode an das Murmeltier – präsentiert der Naturliebhaber nun seine neueste EP, für die er so manchen illustren Gast gewinnen konnte …
Hallo, David. Deine neue EP steht ganz im Zeichen des Murmeltiers. Wie kommt denn das? Hattest du mal ein einschneidendes Murmeltier-Erlebnis?
In der Tat. Mit meiner damaligen Freundin teilte ich die Leidenschaft für die Natur und das Wandern. So haben wir meine Auftritte in der Schweiz meist mit einer Wanderung in den Bergen verbunden, wo es dann gleich zweimal zu einem unverhofften Murmeltiertreffen kam. Seitdem hatten wir einen gemeinsamen Spitznamen für uns: Murmel.
Sprechen wir über die Musik. Was hast du hier produziert? Hast du neue Sachen ausprobiert?
Im Zuge meines Audio-Engineer-Studiums, das ich letztes Jahr an der SAE begonnen habe, fing ich an, mit Sounds zu experimentieren. Mikrofonierung stand dabei im Fokus. Ich fragte einen meiner Kommilitonen, ob er nicht das Piano für den Track „Murmeli“ einspielen wolle. Das Ganze habe ich dann mikrofoniert und aufgenommen. Für „Murmeli“ habe ich außerdem das erste Mal mit einem Modularsystem gearbeitet. Das war ziemlich spannend. Bei beiden Tracks habe ich auch versucht, den Geschmack meiner Freundin zu treffen, da die EP ihr gewidmet ist.
Mitgewirkt haben außerdem Roman Flügel, Mira & Chris Schwarzwälder, Canson sowie Sascha Cava, die jeweils einen Remix beisteuern. Wie kam es zu dieser Konstellation?
Mit Mira, Chris, Canson und Sascha verbinden mich mittlerweile sehr lange Freundschaften. Sascha ist mein Studionachbar im Holzmarkt, Canson und Chris kenne ich vom gemeinsamen Produzieren und Mira kenne ich schon aus Sandkastenzeiten. Tja, und dann wäre da noch Roman Flügel. Als er zusagte, einen Remix beizusteuern, hat es mich förmlich aus den Socken gehauen. Ich kenne und liebe seine Produktionen schon seit Ewigkeiten. Sein Beitrag zu „Murmel“ ist für mich ein wahrgewordener Traum.
„Murmel“ ist am 2. Dezember via Kiosk I.D. erschienen.
Aus dem FAZEmag 130/12.2022
Foto: Carolin Saage
www.soundcloud.com/david-dorad