Wer hat die erste Acid-, wer die erste House-Party in Deutschland geschmissen? Wie hoch war der weiße „Mont Blanc“-Koksvorrat in der Schublade von Frontpage-Chefredakteur Jürgen Laarmann? Warum ist Techno Vorreiter von Public Viewing und der Fanmeile am Brandenburger Tor? Wann switchten die Scheinwerfer von der Tanzfläche auf die DJ-Kanzel und machte den Plattenaufleger zum Star der „Raving Society“? Felix Denk und Sven von Thülen beantworten diese Fragen in „Der Klang der Familie“ (angelehnt an den gleichlautenden Hit von 3Phase feat. Dr. Motto von 1991). Ihre Interviewmontage, die formal an Jürgen Teipels Punk- und New Wave-Klassiker „Verschwende Deine Jugend“ erinnert, kommt mit Paul van Dyk, Westbam, Dr. Motte, Inga Humpe, den Crews von Ufo, E-Werk, Tresor, Loveparade und Tekknozid. Eine extrem verschwitzte, smarte Oral History des Hauptstadt-Raves, von den Anfängen Mitte der Achtziger bis zum Kommerzhöhepunkt 1996, ein unterhaltsames Wiedersehen mit XTC-Kuschlern, Lederhomos, Staubsaugerträgern und Smiley-Aktivisten. Jan Drees

„Der Klang der Familie“ von Felix Denk & Sven von Thülen

Suhrkamp, 452 Seiten, 15,50 EUR

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www.jan-drees.de