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In Kooperation mit Desperados präsentieren wir jeden Monat den „Rookie des Monats“. Wir stellen Nachwuchs-DJs vor, die gerade Fuß fassen, sich etablieren und auch als Resident in einen Club spielen. Diesen Monat haben wir Sandilé aus dem Reineke Fuchs in Köln befragt.

Warum bist du DJ geworden?

Diese Frage zu beantworten, wird mich immer auf gewisse Art und Weise überfordern, da „DJ werden“ nie ein bewusster Gedanke oder Plan von mir war. Damals zu meiner Schulzeit war Musik immer ein wesentlicher Teil meines Lebens, da ich eine Schule mit Musikzweig besuchte. Das heißt, meine Nachmittage waren eigentlich immer voll mit irgendwelchen Chor-, oder Bandproben, Instrumentenunterricht, Rhythmik-AGs, oder ähnlichen Dingen, die man als Teenager natürlich ausschließlich als nervig und ätzend befand. Deswegen kam das Gefühl, dass mir das Musik machen im Alltag fehlte, auch erst lange nachdem meine Schulzeit vorbei war. Zuerst habe ich mir überlegt, wieder in eine Band einzusteigen, – oder besser noch: selbst eine zu gründen. Allerdings ist mir ziemlich schnell bewusst geworden, dass es fast unmöglich ist eine Gruppe von Menschen zusammenzustellen, die vom Können auf dem gleichen Stand sind, absolut den gleichen Musikgeschmack teilen und vom gleichen Schlag Mensch sind und potenziell zu besten Freunden werden könnten.
Das war dann der Punkt, wo ich mit Hilfe von Traktor-Sets, die aus meinen Lieblingsliedern bestanden, angefangen habe aufzunehmen. Die waren allerdings nicht elektronisch. Elektronischer wurde es, je länger und je intensiver ich mich damit beschäftigte. Und irgendwann schlug mir dann ein befreundeter DJ vor, „mal so aus Spaß“ das Warm-up an seinem Geburtstag zu spielen. So nahm dann irgendwie alles seinen Lauf …

Welcher aktueller Künstler inspiriert dich am meisten?

Ich könnte jetzt lange ausführen, weshalb – aber das würde sich voraussichtlich über mehrere Seiten ziehen. Deshalb nur ein paar Namen: Josh Wink, Mr. G, Myles Sergé, Janeret, Delano Smith

Erinnerst du dich an deinen ersten DJ-Gig?

In der ersten Frage bin ich ja schon kurz darauf eingegangen. Mein erster „richtiger“ Gig (mit namentlicher Erwähnung im Line-up) fand erst einige Zeit später im Odonien in Köln statt. Damals war ich noch nicht als Sandilé unterwegs, sondern bildete zusammen mit einem Freund (einem Indie-DJ, der zu Hause zwei 850er stehen hatte, auf denen ich meine ersten Mixversuche an CDJs machen durfte) ein DJ-Duo. Obwohl ich nicht alleine hinterm Pult stand, weiß ich noch, dass ich so aufgeregt war, dass ich mich während meines ersten Übergangs fast übergeben hätte … Dieses Gefühl hatte ich auch noch mehrere Male nach meinem ersten Gig. Mittlerweile ist das zum Glück nicht mehr so, obwohl ich trotzdem bei jedem Gig, egal ob groß oder klein, immer noch am Anfang ziemlich aufgeregt bin.

Dein kuriosestes Nightlife-Erlebnis?

Im Nachtleben trifft man auf die absurdesten Figuren und findet sich in den unmöglichsten Situationen wieder, davon die kurioseste auszumachen, ist schlichtweg unmöglich, haha.

Seit wann legst du im Reineke Fuchs auf?

Offizieller Reineke-Fuchs-Resident bin ich vor circa 2 Jahren geworden.

Was macht das Reineke Fuchs für dich aus?

Das Reineke Fuchs ist und wird immer besonders für mich bleiben, da ich damals durch den Club an David Hasert und sein Label LIKE Records geraten bin, auf dem ich meine erste EP releasen durfte. Ich will nicht zu viel verraten, aber man kann sich dieses Jahr auf einige Überraschungen aus dem Hause LIKE einstellen. Außerdem ist das Team – so abgedroschen es klingt – wirklich eine kleine Reineke-Familie geworden ist, mit Chefs, die das Clubprogramm nicht ausschließlich mit dem finanziell rentabelsten Content füllen, sondern auf die inhaltliche Qualität, den sogenannten Underground Vibe achten und generell sehr interessiert und offen für Anregungen und neue Vorschläge bezüglich musikalischer Inhalte sind. Ich bin einfach sehr dankbar für diese Arbeitsweise, weil so etwas in der Branche des Nachtlebens nicht all zu oft vorkommt und absolut keine Selbstverständlichkeit ist.

Was gehört für dich zu einer perfekten Partynacht?

Für mich als DJ wird eine Party perfekt, wenn man während des Sets ab einem gewissen Punkt diese ungeheure, positiv einnehmende Energie wahrnimmt, die nur durch die Menschen im Raum und die gegenwärtige musikalische Connection, generiert werden kann. Simpel ausgedrückt: Wenn man das Gefühl hat, dass für einen Moment alle Anwesenden im gleichen Film sind.

Dein Lieblingsklassiker, der immer geht:

Wax – No. 30003 (B)

Deine aktuellen Top 5 Tracks:

Winx – How’s the Music (Ovum Warmth Mix)
KDA, Patrick Cash – Hate Me
Mr. G – A G Moment
Myles Sergé – Who Are You
Joedan – Hot Rub

www.desperados.com 
www.reineke-fuchs.com 
www.sandile.bandcamp.com

 

Foto: Ben Tauber