Am 23. November 2019 war es so weit: In der spanischen Inlands-Metropole Madrid gab es ordentlich was auf die Zwölf. Techno pur bei DGTL. Mit dabei waren unter anderem: Ben Klock, Dax J, Tale Of Us, Adriatique und Dixon. Klingt nach einem geilen Abend? War er. Hier ist unser Bericht:

Nach einem verregneten Freitag in Madrid, ging das DGTL Festival am 23. November 2019 zum zweiten Mal in der spanischen Hauptstadt an den Start. Zwölf Stunden Techno und House in düsteren, kühlen Messehallen mit zwei Floors und zehn Acts von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens.
Auch wenn nicht ganz so wild wie Barcelona oder Ibiza, hat Madrid doch Techno- und vor allem Festival-technisch einiges zu bieten. Im Sommer mit Madcool und Paraíso, sowie im Herbst mit dem wöchentlichen Brunch in the Park. In den Clubs Fabrik, Mondo oder Goya kann auch das restliche Jahr über ordentlich gefeiert werden.
So hatte ich Dixon und Ben Klock schon 2013 in Madrid gesehen. Dieses Mal in der Messe, eine Station vom Flughafen Barajas entfernt, gab es immerhin ausreichend Platz zum Tanzen. Effiziente Barkeeper und Kartenzahlung garantierten dafür, dass einer guten Zeit nichts im Weg stand.

Für das DGTL wurden vier Hallen genutzt. Unter den silbernen Luftschächten verlor man sich in der Weite. Die Garderobe und der Foodtruck mit vegetarischem und veganem Essen und dem durch Lichterketten geschmücktem Vorplatz wirkten wie Inseln in der Finsternis.

Angrenzend daran der erste Floor, Modular genannt. Von der Bühne ausgehend, erleuchtete pinkes und hellblaues Licht die ausgelassene Menge, die sich hier vor allem an Minimal und House erfreute. Luna Martinez, Adriatique, Dixon und Tale of Us legten hier auf. Als wir ankamen, lieferte Honey Dijon gerade routiniert super House Sounds.

Wir wollten unbedingt Óscar Mulero sehen und machten uns deshalb nach Ende des Sets auf den Weg zum anderen Floor: Generator. Dabei durchquerten wir die dritte Halle, eine Art Zwischenwelt, komplett leer. Wir hörten noch das Opening von Adriatique, das im Gehen langsam überging in die harten Beats im Generator. Schneidendes rotes Licht und brutaler Techno.

Vor Óscar Mulero legten Psyk und Adriana Lopez auf, danach Ben Klock und Dax J. Das Line-Up gab einiges her. Die Hälfte der Acts sind zumindest regelmäßig in Berlin. Die Stimmung kochte unserer Meinung nach am meisten bei Tale of Us und Dixon. Generell war Modular unser Lieblingsfloor, wo die Leute jeden Höhepunkt sehnsüchtig erwarteten und gebührend feierten.

Laut Veranstaltern waren 10.000 Besucher da. Mir ist aufgefallen, dass der Großteil davon männlich war. Kritik gab es für die Anlagen, den fehlenden Zugang zu Leitungswasser und eine offenbar große Zahl von Handydiebstählen. Wir waren aber im Großen und Ganzen zufrieden mit dem DGTL Madrid.

Die dunklen Messehallen hatten ihren Charme. Hier kann man einmal richtig eintauchen und hat während des gesamten Festivals keine Unterbrechung. Die vorgemischten Getränke verkürzten die Wartezeit an den Bars und ich persönlich kann auch an der Organisation nichts bemäkeln.

Die kommenden DGTLs finden am 11. Januar zum ersten Mal in Bengaluru, Indien statt und am 11. April schon zum achten Mal in Amsterdam. Ich hoffe, dass es auch in Madrid nächstes Jahr wieder eine Edition geben wird und dabei auch die Kritiker von diesem Jahr überzeugt werden.

www.dgtl.nl