„Being president is great. You can grab ´em by the pussy.“
Von diesem Trump´schen Zitatauszug mag der Weg nicht sehr weit sein bis zum Ausdruck „Fake“. Das hat sich auch DJ DAG gedacht und zusammen mit seinem langjährigen Produzenten-Partner Matthew Kramer ein Release auf den Markt gebracht, das sich hintergründlich mit dem Thema „Fake“ beschäftigt. Egal ob es politische Machthaber sind, zu denen dieser Stempel passt – oder DJs, die mit vorprogrammierten Sets „auflegen“ – oder Fake-Meldungen seitens der Presse, nur um Klicks zu generieren und / oder Aufmerksamkeit zu erzeugen. Da wir vom FAZE Magazin für euch natürlich investigativ arbeiten, ziehen wir uns diesen Schuh nicht an. Ein Schuh, der passt, ist die Zusammenarbeit von DAG und Matthew. Der beste Beweis ist diese VÖ, die auf dem Traditions-Label Bonzai Progressive erschien. Zwei Mixe. Einmal der Original Mix mit einer Länge von 07:05 Minuten, und auf der virtuellen B-Side der Matthew Kramer Remix (06:56 Minuten). Das Original startet mit einem satten Bass und einer tiefgründigen und hintergründigen Bassline. Schnell kommen Sounds hinzu, die einen Retro-Clash anteasern. Hi-Hats und ab Minute 01:20 streuen sich zusammen mit Synthie-Elemente in perfektem Arrangement in die doch recht progressiv wirkende Soundstruktur. „Fake … It´s Fake“. Vocals als optimale Symbiose. Auf gekonnte Art und Weise steigert sich der Track, der mit einem wunderbaren Klangteppich eine gelungene Mixtur aus „fast forward“ und „calm down“ generiert. Ein Break. Der fällt mit 30 Sekunden kürzer aus als man denkt. Da wird so manches Tanzbeinchen überrascht sein. Noch mal eine kurze Verschnaufpause und die Worte „Being president is great. You can grab ´em by the pussy.“ Im Anschluss die Kontinuität eines brillanten Produktionsprozesses. Unverkennbar die Handschrift zweier Perfektionisten mit dem Wiedererkennungswert des belgischen Labels. Die Remix-Version – sie ist ebenfalls in Zusammenarbeit DAG/Kramer entstanden – kommt anfangs etwas deeper und weniger mit Bombast-Effekt rüber, ist zugleich weniger melodiös und beschränkt sich auf eine gewisse Minimalität. Die Reduktion aufs Wesentliche in hoher Qualität und mit hohem Anspruch, keine 08/15-Nummer zu veröffentlichen. Und 08/15 – das ist sie auch keineswegs geworden! 10/10 Torsten Widua

Apropos DJ DAG: Ein Interview, welches ich mit dem Trance-Pionier bei Nature One geführt habe, könnt ihr in der September-Ausgabe des FAZE Magazins lesen. Die XXL-Version findet ihr auch ab dem 1. September online auf www.fazemag.de.

www.djdag.com