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Unsere Zivilisation hat in naher Zukunft zwei große Probleme. Zum einen sind alle Bienen tot, Pflanzen werden also nicht mehr bestäubt, die Agrarkultur verödet, Saft kann nur noch chemisch hergestellt werden, die Natur kippt – was ungefähr den Voraussagen führender Naturwissenschaftler entspricht, also durchaus nicht komplett an den Haaren herbeigezogen ist. Zum anderen wird ,reine Spekulation, die halbe Welt abhängig und lässt sich vom Lieblingsmedikament „Solon“ sedieren, einem Psychopharmakum, das die Zeit schneller vergehen lässt. „Generation X“-Autor Douglas Coupland wirft eine semiwahnsinnige Anti-Utopie auf den Markt, die zwischen „World of Warcraft“, Neurohorror, Gossip, Webcamsodomie und Celebrityhass changiert. Dabei beginnt alles relativ harmlos. Ein junger Typ wird von einer Biene gestochen – allerdings ist er das erste „Opfer“ seit fünf Jahren. Es folgen vier weitere Bienenangriffe, die von mysteriösen Wissenschaftlern untersucht werden, das heißt: Quarantäne für die Gestochenen, die sogenannte „Generation A“. Während diese fünf Helden in der Welt da draußen zu Stars avancieren, erleben sie in absoluter Abgeschiedenheit ihren ganz persönlichen Alptraum-Trip, bei dem geklonte Hirne verspeist, Pest-Geschichten im schaurigen „Decamerone“-Stil aufgewärmt, und Flugzeuge zum Absturz gebracht werden. Wer wissen möchte, wie Ökosysteme, Google-Links und James Joyce‘ Romane zusammenspielen, kommt bei Coupland auf seine Kosten.  


Douglas Coupland – Generation A
übersetzt von Clara Drechsler und Harald Hellmann,
Tropen-Verlag, 340 Seiten, 19,95 Euro.
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