
Manche Drogenverstecke zeugen von Einfallsreichtum. Andere von blanker Verzweiflung. Und dann gibt es jene Orte, bei denen selbst erfahrene Zollbeamte kurz innehalten müssen. Kurz vor dem Jahreswechsel ist genau so ein Fall im Münsterland ans Licht gekommen, genauer gesagt bei einer Kontrolle nahe Gronau, an der Grenze zu den Niederlanden.
Ein Auto, zwei deutsche Insassen, eine Routinekontrolle. Die Frage nach verbotenen Gegenständen wird routiniert verneint. Alles wie immer. Doch nur wenige Meter neben dem Fahrzeug liegt ein Plastikbeutel im Gras. Darin: Streckmittel für Betäubungsmittel. Auffällig trocken, obwohl es regnet. Ein Detail, das den Beamten sofort auffällt. Der Beutel wirkt, als hätte er erst vor Sekunden den Besitzer gewechselt.
Der Verdacht liegt in der Luft. Und der Zoll schaltet einen Gang höher. Auto, Umgebung und Insassen werden gründlich durchsucht. Auch ein Drogenspürhund kommt zum Einsatz. Der Wagen selbst bleibt unauffällig. Kein doppelter Boden, kein Geheimfach, keine Lieferung im Kofferraum. Doch dann wird klar: Das eigentliche Versteck ist kein technisches, sondern ein anatomisches.
Heroin im Hintern
Der Beifahrer trägt seine Ware direkt am Körper. Sehr direkt. Zwischen den Gesäßbacken sichern die Beamten schließlich neun Gramm Kokain und 15,4 Gramm Heroin. Ein „Hinterhalt“ im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu passt der zuvor gefundene Beutel: Ein Prüfgerät bestätigt, dass er knapp 62 Gramm Streckmittel enthält. Das Bild ist komplett.
Für die Ermittler ist der Fund ebenso unerquicklich wie eindeutig. Gegen Fahrer und Beifahrer werden Strafverfahren eingeleitet. Nach Abschluss der Maßnahmen dürfen beide ihre Fahrt fortsetzen – allerdings ohne Drogen, ohne Streckmittel und vermutlich mit einem nachhaltigen Gefühl der Entblößung.
Die weiteren Ermittlungen übernimmt das Zollfahndungsamt. Öffentlich gemacht wurde der Fall erst jetzt, aus taktischen Gründen. Für die Statistik ist es ein weiterer Eintrag. Für die Beamten eine Geschichte, die man so schnell nicht vergisst. Und für alle anderen bleibt die Erkenntnis: Kreativität kennt im Drogenmilieu kaum Grenzen. Aber manche Verstecke sind selbst für harte Profis eine Grenzerfahrung.
Quelle: wuppertal-aktuell.com
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