
Wenn Arnd und Frank gemeinsam auf die Bühne gehen, geht es nicht um klassische Rollenverteilung. Es geht um das bewusste Aufbrechen von Strukturen. Genau das zeigen die beiden aktuell mit ihrem Hybrid Live Act, der die Grenzen zwischen DJ Set und Live Performance neu definiert. Nach ihrem Album Projekt in 2025 geht es nun nahtlos mit dem nächsten spannenden Thema weiter.
Die Grundidee ist klar. Warum sich entscheiden zwischen der Kontrolle eines DJ Sets und der kreativen Freiheit eines Live Acts, wenn beides gleichzeitig möglich ist. Während Drumcomplex ein klassisches DJ Set auf CDJ-3000x spielt, bewegt sich Frank Sonic parallel dazu mit seinem modularen Live Setup. Zwei Welten, die lange als getrennt galten, greifen hier ineinander. Das Besondere passiert im Detail. Die Synchronisation erfolgt über das Modul Pamela’s Disco von ALM Busy Circuits. Über eine Ethernet-Verbindung ist das System direkt mit Rekordbox gekoppelt. Das Ergebnis ist eine stabile, präzise Verbindung zwischen Clubstandard und modularer Improvisation.
Was technisch klingt, wird auf dem Dancefloor zu einem organischen Erlebnis. Der Groove des DJ Sets bildet die Basis, während das modulare System darauf reagiert, erweitert und transformiert. Sequenzen entstehen in Echtzeit, verändern sich, verschwinden wieder und tauchen in neuer Form auf. Es ist kein Layer über einem Set, sondern ein lebendiger Dialog. Genau darin liegt die Stärke dieses Konzepts. Drumcomplex bringt die Struktur, das Timing und die Dramaturgie eines erfahrenen DJs ein. Seine Sets sind präzise, druckvoll und auf den Punkt. Frank Sonic ergänzt diese Struktur mit einem offenen System, das jederzeit neue Impulse setzen kann. Kontrolle trifft auf Risiko. Planung auf Intuition. Für das Publikum entsteht dadurch eine wirklich neue Form des Erlebens. Bekannte Tracks geben Orientierung, doch das eigentliche Geschehen passiert zwischen den Tracks. Transitions werden zu Momenten. Spannungsbögen entstehen nicht nur durch Musikauswahl, sondern durch echte Interaktion zwischen Mensch und Maschinen.
Gerade in einer Szene, die oft von Perfektion geprägt ist, wirkt dieser Ansatz erfrischend direkt. Nichts ist komplett vorgegeben. Fehler sind möglich und genau das macht den Reiz aus. Jede Performance ist anders. Jeder Abend entwickelt seine eigene Dynamik. Auch die Hintergründe der beiden Künstler spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die beiden haben mit Veröffentlichungen auf Cocoon Recordings, Terminal M, Second State owie Auftritten bei Events wie Mayday oder Awakenings ihren Stil geprägt. Offen, druckvoll und doch nie musikalisch festgelegt.
Im Hybrid Live Act verschmelzen diese beiden Ansätze zu einer Performance, die sich bewusst gegen Stillstand entscheidet. Es geht nie darum, bekannte Formate neu zu verpacken, sondern sie weiterzudenken. Die Technik wird hier nicht als Selbstzweck eingesetzt, sondern als Werkzeug für künstlerischen Ausdruck. Drumcomplex und Frank Sonic zeigen, dass elektronische Musik auch im Clubkontext neue Wege gehen kann. Ihr Hybrid Live Act ist kein statisches Konzept, sondern ein sich ständig weiterentwickelnder Prozess. Die Generalprobe liegt bereits hinter ihnen und diesem Jahr sind noch viele Termine geplant. Erlebt die beiden in Action bei ihren Shows im Odonien Köln, Soku Neustadt, Fridas Pier Stuttgart oder beim Amphoria Festival in Kevelaer. Und wenn ihr noch tiefer rein wollt, sichert Euch direkt ein Ticket für den 13.05. im Wuppertaler U-Club. In einem 60-minütigen Workshop stellen die Jungs nämlich ihr Setup komplett vor und stehen sich dann in der Nacht nochmal 120 Minuten Face2Face in einer unheimlich intimen Atmosphäre hybrid gegenüber.
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