
Trotz der aktuellen politischen Lage und der Auswirkungen des Krieges bleibt Kiews Rave-Szene bestehen und ist entschlossen, ihre Identität, ihre Freude und ihre Gemeinschaft nicht aufzugeben.
In einem aktuellen Bericht des CNN fängt Clarissa Ward die Stimmung in einem der Clubs der Hauptstadt ein. Was Außenstehende vielleicht als Realitätsflucht missverstehen könnten, ist für die Menschen vor Ort eine bittere Notwendigkeit. Eine Möglichkeit, der ständigen Angst und den Sorgen, die den Alltag der Menschen vor Ort bestimmen, für einen Moment zu entkommen und ein Gefühl von Geborgenheit im Kollektiv zu finden.
Die elektronische Musikszene der Ukraine war schon vor der Invasion lebendig und progressiv. Doch der Dancefloor ist kein Ort der bloßen Zerstreuung mehr, er lässt die Angst und die Anspannung der Menschen für einen Moment vergessen. Dabei hat sich die Szene gewandelt und angepasst. Nächtliche Ausgangssperren machen das Clubleben nach Mitternacht unmöglich, deswegen wird halt tagsüber gefeiert. Auch werden Raves „Clean-up“ genutzt. Während zwischen den Ruinen aufgelegt wird, räumen hunderte Menschen Trümmer beiseite, berichten Besucher*innen gegenüber CNN. Die elektronische Musikszene fungiert hier nicht nur als Rückzugsort, sondern auch als ein Motor zum Wiederaufbau.
Die aktuellen Events zelebrieren das Ende des Winters und sind symbolisch aufgeladen. Der Winter in der Ukraine war geprägt von Kälte, Dunkelheit und der zusätzlich durch den Krieg bestehenden instabilen Energieversorgung. Der Frühling wird nun mit einem Rave begrüßt und damit auch die kommenden helleren Monate.
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