Electric Horizon Festival: Palmen, Peak-Time und 90s-Rave

Mit dem Electric Horizon Festival wächst in Plankstadt seit einigen Jahren ein Festival heran, das sich zunehmend als feste Größe innerhalb der elektronischen Musikszene im Rhein-Neckar-Kreis etabliert. Nach zwei erfolgreichen Ausgaben geht das Event 2026 in die dritte Runde und erwartet erstmals mehr als 3.000 Gäste. Musikalisch setzt das Festival dabei bewusst auf Vielfalt statt Einheitsbrei: Insgesamt vier Floors decken unterschiedliche Spielarten elektronischer Musik ab – von 90s-Techno und Trance über House und melodische Sounds bis hin zu Hard Techno und schnelleren, energiegeladenen Sets. Acts wie Talla 2XLC, Bart Skils, Pretty Pink oder ALT8 unterstreichen den genreübergreifenden Anspruch. Begleitet wird das Festival von Vinyl-und Tattoo-ständen, Food- und Merch-Shops sowie dem erstmals integrierten Techno-Bus Germany. Wir haben mit Initiator Marcel Kästel über die Entwicklung des Festivals, die Idee dahinter und die Zukunft von Electric Horizon gesprochen.

Das Electric Horizon Festival geht 2026 in seine dritte Ausgabe. Welche Neuerungen gibt es in diesem Jahr auf dem Festivalgelände und im Konzept?
2026 können sich unsere Gäste auf einige spannende Neuerungen freuen. Besonders freuen wir uns darüber, dass wir das Festival erstmals um einen vierten Floor erweitern. Mit dabei ist in diesem Jahr der TECHNO BUS GERMANY. Dort möchten wir vor allem Newcomern und lokalen Artists eine Bühne geben. Insgesamt erwarten wir in diesem Jahr rund 3.000 Gäste.

Darüber hinaus legen wir 2026 noch einmal deutlich mehr Fokus auf das gesamte Festivalgelände. Das betrifft sowohl die Dekoration als auch die Bühnenkonzepte und die visuelle Gestaltung. Unser Ziel ist es, die Atmosphäre noch immersiver zu gestalten und den Besuchern nicht nur musikalisch, sondern auch optisch ein besonderes Erlebnis zu bieten.

Gibt es Feedback von den beiden bisherigen Editionen, das ihr nun umsetzen wollt?
Unbedingt – wir können nur Jahr für Jahr wachsen, indem wir das Feedback unserer Gäste ernst nehmen und kontinuierlich an uns arbeiten. Insgesamt war die Resonanz auf die ersten beiden Editionen wirklich unglaublich positiv, worüber wir sehr dankbar sind.

Natürlich nehmen wir auch konkrete Verbesserungsvorschläge mit. Für 2026 werden wir unter anderem mehr Schattenplätze auf dem Gelände schaffen, um den Aufenthalt für unsere Besucher noch angenehmer zu gestalten. Außerdem arbeiten wir daran, die Gastro-Prozesse weiter zu optimieren, damit Abläufe schneller und entspannter funktionieren. Genau solche Details machen am Ende den Unterschied für das Gesamterlebnis aus.

Euer Line-up zeigt, dass ihr jüngere und ältere Techno-Generationen bewusst zusammenführen wollt. Ein paar Einblicke in die Kuration?
Techno lebt von Geschichte, Entwicklung und Gemeinschaft – und genau das möchten wir auf dem Festival sichtbar machen. Seit der ersten Ausgabe verfolgen wir bewusst den Ansatz, New Techno und Techno Classics miteinander zu vereinen. Für uns geht es dabei vor allem um das „Wir“ und das Gemeinsame innerhalb der Szene.

So findet man beispielsweise auf dem Fabric Floor trancy und härtere Sounds mit Artists wie Nikolina, Alt8, L.ZWO oder Neon Graveyard, während auf dem Garden Floor Acts wie Bart Skils oder Pretty Pink vertreten sind. Gleichzeitig kommen auch Fans klassischer Techno- und Trance-Sounds auf ihre Kosten – etwa auf der Timelab Stage mit Künstlern wie Talla 2XLC, DJ WAG oder Andy Düx.

Genau diese Mischung verschiedener Generationen und Stilrichtungen macht für uns den besonderen Charakter von Electric Horizon aus. Diesen Weg wollen wir auch in den kommenden Jahren ganz bewusst weiterverfolgen.

Für Anwohner der Gemeinde habt ihr in diesem Jahr vergünstigte Tickets eingeführt. Welcher Gedanke steckt dahinter und wie wurde die Idee aufgefasst?
Wir wurden von Anfang an wirklich super von der Gemeinde Plankstadt aufgenommen und freuen uns sehr über die positive Zusammenarbeit. Uns ist gleichzeitig bewusst, dass ein Festival natürlich auch Herausforderungen mit sich bringt – sei es durch die Musik oder vor allem durch die An- und Abreise der Besucher.

Genau deshalb haben wir uns in diesem Jahr entschieden, spezielle vergünstigte Tickets für Anwohner einzuführen. Damit möchten wir der Gemeinde Plankstadt bewusst etwas zurückgeben und ein Zeichen der Wertschätzung setzen. Für uns ist wichtig, dass das Festival gemeinsam mit der Region wächst und nicht losgelöst von ihr stattfindet. Die Idee wurde bisher sehr positiv aufgenommen, was uns natürlich besonders freut.

Das Festival will lokale Communitys in der Rhein-Neckar-Region stärken. Wie bindet ihr die lokale Szene aktiv in das Festival mit ein?
Wenn man schaut, wir wir ursprünglich gestartet haben – nämlich mit dem BASEMENT Club in Schwetzingen – dann war es uns schon von Anfang an wichtig, die regionale und lokale Community aktiv mit einzubinden. Genau diesen Grundgedanken wollten wir natürlich auch auf das Electric Horizon Festival übertragen.

Ich persönlich finde, dass es immer eine gesunde Mischung aus lokalen Künstlern sowie überregionalen und internationalen Acts geben sollte. Ein Festival lebt nicht nur von großen Namen, sondern auch davon, dass sich die Menschen mit dem Event identifizieren können. Es soll sich ein Stück weit so anfühlen, als würde man nach Hause kommen – und gleichzeitig seine Lieblingskünstler erleben.

Deshalb geben wir regionalen Artists und Crews ganz bewusst eine Plattform und verbinden diese mit nationalen und internationalen Acts. Genau dieser Mix macht für uns die besondere Atmosphäre des Festivals aus.

Marcel Kästel ist der Kopf des Electric Horizon Festivals. Foto: Rosanna Wendel

Was sind die wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse, die ihr nach drei Ausgaben gesammelt habt. Und: Wohin soll euch eure Vision langfristig führen?
Das ist tatsächlich eine sehr gute Frage, über die ich sehr oft nachdenke. Wenn ich auf die bisherigen Ausgaben zurückblicke, können wir, glaube ich, wirklich stolz auf zwei sehr starke Events sein. Das Feedback war weitestgehend unglaublich positiv und besonders schön ist für uns zu sehen, dass bereits im zweiten Jahr Gäste aus dem Ausland angereist sind. Das bestärkt uns enorm und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Natürlich bringt eine Großveranstaltung immer auch Herausforderungen und Hürden mit sich. Aber ich denke, dass wir in den vergangenen Jahren die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt haben. Unser Ziel ist es, Electric Horizon langfristig weiterzuentwickeln und das gesamte Erlebnis rund um das Festival noch intensiver zu gestalten – mit mehr Möglichkeiten für Übernachtungen, zusätzlichen Angeboten und einem Gefühl, das weit über einen einzelnen Festivaltag hinausgeht. Für viele soll sich Electric Horizon wie ein kleiner Kurzurlaub anfühlen.

Gleichzeitig bauen wir unser Team kontinuierlich weiter aus und schaffen neue Stellen, weil wir merken, dass das Projekt wächst und immer professioneller wird. Für uns ist das ein wichtiger Schritt, um die Qualität des Festivals langfristig weiterzuentwickeln und die Vision nachhaltig umzusetzen.

Deshalb denken wir die Marke und das Erlebnis mittlerweile auch über das Sommerfestival hinaus weiter. Ein erster Schritt wird dabei das neue ELECTRIC HORIZON INDOOR FESTIVAL am 21.11. sein. Gemeinsam mit einem Partner bringen wir das Event erstmals indoor auf zwei Floors nach Heidelberg in die Halle02. Die Artists stehen bereits fest – also: stay tuned.
Und – wer weis, was sonst noch so kommen wird 😉

Alle Infos und Tickets findet ihr hier.

Auch interessant:

Lighthouse Festival Croatia: Aurora Halal, Freddy K, Ryan Elliott, HVOB und Co.