
Der britische Premierminister Andy Burnham hat eine steuerliche Entlastung für Clubs, Pubs und Live-Musik-Spielstätten in England angekündigt.
Ab April 2027 soll die Gewerbesteuer für berechtigte Betriebe um 20 Prozent sinken. Die Maßnahme ist Teil eines jährlichen Unterstützungspakets im Umfang von etwa 117,09 Millionen Euro für den Einzelhandel.
Nach Angaben der Regierung werden fast 32.000 Betriebe von der Regelung profitieren. Für einen typischen Pub soll sich daraus im Finanzjahr 2027/28 eine Ersparnis von umgerechnet etwa 1.280 Euro ergeben.
Die neue Entlastung ergänzt einen bereits bestehenden Gewerbesteuerrabatt von 15 Prozent für Pubs und Live-Musik-Locations, der Anfang des Jahres eingeführt wurde. Nicht alle Veranstaltungsorte werden allerdings von der neuen Regelung erfasst.
Große Live-Musik-Spielstätten sind von der Vergünstigung ausgenommen. Welche Kriterien für eine Förderung gelten, will die Regierung erst im Herbsthaushalt bekannt geben. Burnham begründete den Schritt mit der Entwicklung der vergangenen Jahre:
„Zu lange haben die Regierungen tatenlos zugesehen, wie beliebte Veranstaltungsorte aus unseren Innenstädten verschwunden sind“, sagte er. „Deshalb ändere ich das heute.“ Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Forderungen aus der britischen Branche des Nachtlebens.
Steigende Betriebskosten setzen Clubs und Veranstaltungsorte seit Längerem unter Druck. Erst drei Tage zuvor hatte der Branchenverband UK Music Burnham dazu aufgefordert, sich auch für niedrigere Kosten bei Tourneen britischer Künstler in Europa einzusetzen.
Nach Angaben der Regierung soll das Förderpaket unter anderem durch eine Überprüfung bestehender Gewerbesteuerbefreiungen finanziert werden. Betroffen sind dabei Unternehmen, die nach Einschätzung der Regierung keinen positiven Beitrag für die lokalen Gemeinschaften leisten, darunter Vape-Shops.
Hinzu kommen Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung durch Verkäufer auf Online-Marktplätzen. Burnham hatte sich bereits als Bürgermeister von Greater Manchester zwischen 2017 und 2026 wiederholt für die Nachtökonomie eingesetzt.
Er sprach sich für den Erhalt von Clubs und Livemusik-Spielstätten aus und unterstützte Initiativen, die das Nachtleben nach der Corona-Pandemie wieder stärken sollten. Auch Erfahrungen aus seiner früheren politischen Laufbahn bringt Burnham mit.
Als britischer Kulturminister von 2008 bis 2009 befasste er sich intensiv mit Themen wie Urheberrecht, Digitalisierung und Musikförderung. In dieser Funktion sprach er auch vor dem Branchenverband UK Music über die Zusammenarbeit zwischen Politik und Musikwirtschaft.
Nach seinem Amtsantritt als Premierminister begrüßte UK Music seine Ernennung ausdrücklich. Verbandschef Tom Kiehl bezeichnete Burnham als „großen Musikfan“ mit einem tiefen Verständnis für die Branche und forderte ihn auf, sich unter anderem für Live-Musik, Clubs, Urheberrechte sowie bessere Tourmöglichkeiten britischer Künstler in Europa einzusetzen.
Quelle: Resident Advisor
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