Jack Shore – Losing My Mind (S2 Records)

Was für ein geiler Track. Jack Shore zaubert hier eine superentspannte, aber durchaus clubtaugliche Future-House-Nummer hin, die auf S2 Records ein gutes Zuhause gefunden hat. Mit fetten Synths, dicker Bassline und einem so wunderbar zärtlichen Vocal schafft sie es im Handumdrehen, den Hörer in ihren Bann zu ziehen. Die Breaks sind fast einen Tick zu langatmig, aber keineswegs langweilig – im Club wird es allerdings tricky, das zu verpacken. Der Drop ist keine Überraschung, vom Klang her aber brillant. 8/10

D.O.N.S. & BK Duke feat. Terri B – Big Fun (WePlay Records)


Der Sommer geht zu Ende und dann kommt hier so ein Brett um die Ecke: „Big Fun“ gehört zu den absoluten Klassikern auf unserem Planeten und das Ding bringt seit über 1000 Jahren (Spaß muss sein) die Leute zum Feiern. Mit D.O.N.S. und Terri B wurde an der Original-Besetzung festgehalten, aber dazugeholt hat man sich BK Duke; der frische Wind tut gut und ist absolut hörbar. Das neue Original klingt superfresh und ist spielbar. Mega Drop und auch die neue Hook ist im Hier und Jetzt angekommen – ultimativer Favorit. Die mitgelieferten Remixe sind okay, aber nur der Josh-Green-Mix versucht mitzuhalten und geht einen Tick knackiger zu Werke. Alles in allem ein super Paket, auch wenn man es sich ca. drei Monate früher gewünscht hätte. 10/10

Sebastian Park – Like This (Generation HEX Records)


Die Nachwuchsarbeit im Hause Hexagon läuft auf Hochtouren und mit seinem ersten Release auf Generation HEX hat Sebastian Park direkt einen Club-Slammer abgeliefert. Was für ein schräges und krankes Brett hier durch die Boxen rollt, ist schon bemerkenswert. Die Mischung aus Saxofon, irgendwas anderem und eben einem Bass- und Drum-Setting, das euch automatisch mittanzen lässt, ist amtlich. Das Vocal entspricht dem Titel des Tracks, es wurden allerdings sämtliche Bearbeitungsmöglichkeiten in Betracht gezogen und genutzt. Top Job! 9/10

Benson feat. KLP – Ride Tonight (ULTRA Records)


Ein wirklich top produzierter Groove-Future-House-Slammer kommt hier auf ULTRA um die Ecke gebogen. Es klingt beim ersten Hören, das gebe ich zu, ein wenig wie Riton, aber es ist dann doch anders: Es zeigt sich etwas geradliniger, etwas cleaner und hat seinen Platz im Set definitiv verdient. Das Vocal von KLP dominiert den Track – ohne es würde das Ganze wahrscheinlich kaum Wirkung zeigen. Die Synths in den Vocal-Phasen sorgen ausreichend für die gewünschte Abwechslung und so wird das Teil auch nicht so schnell langweilig. Schickes Tool, kann man laufen lassen. 8/10

Reverse – Follow Me (2Dutch Records)


Ich gebe zu, das Label steht so gar nicht auf der Liste der Sachen, die ich unbedingt hören muss, aber manchmal bin ich froh über ein wenig Langeweile, denn sonst wäre mir diese Perle wirklich nie in die Hände gefallen. Reverse liefert hier einen megacoolen Future-House-Track ab, der mit seinem fetten Sound und vor allem guter Laune richtig durch die Decke geht! Dicke Vocals, dazu Snippets, die fast noch mehr rocken, und ein Soundgerüst, das dezent ist, aber manchmal ist weniger eben mehr. Ich bin jetzt Fan. 10/10

Kevin Brand – Falling For You (Revealed)


Ist früher eine Platte auf Revealed erschienen, musste ich die Musik direkt leiser drehen, weil sie eben immer etwas lauter war als der Rest, immer etwas heftiger, als eh schon erwartet. So habe ich das diesmal auch getan, doch was da aus den Boxen wummert, das darf man ruhig lauter machen: Future-House mit einem schweren Tech-House-Einschlag. Eine wahre Groove-Fundgrube tut sich hier auf, die so gar nicht in das alte Label-Bild passt. Kevin Brand liefert einen wirklich guten Track ab, der zwar ohne echten Höhepunkt gestrickt ist, aber seine Anhänger finden wird. 6/10

Mike Candys – Lights Go Down (SIRUP Music)


Mike Candys war noch nie so mein Fall, aber die letzten drei, vier Releases waren richtig gut und mit dem neuen Track auf Sirup, „Lights Go Down“, erwischt er mich wirklich. Die Vocals sind so ein wenig Achtziger, aber das passt wie die Faust aufs Auge. Der Drop ist dick gemacht, wenn auch sehr dezent, der Track ist unfassbar klar, sauber und dick – absoluter Respekt. 9/10

Teddy Cream – Summer Jam (DAZZ Mix) (WePlay Records)


Underdog Project lieferte vor einer gefühlten Ewigkeit einen der größten Sommerhits der Neuzeit ab. Teddy Cream versucht sich nun erneut daran. Das Original war auch sehr nah am echten Original und so liegen nun all meine Hoffnungen auf einer spannenderen Version des Klassikers durch DAZZ – und siehe da: Er hat einen guten Job gemacht. Okay, die Melodie muss rein, die Vocals auch, ist ja ein Cover und eben Summer Jam, aber durch viele kleine und einige maßgebliche, große Neuerungen hat er es geschafft, zumindest etwas Zeitgemäßes zu kreieren. Die Organ-Bassline ist mein Favorit. Gut gemacht, Mr. DAZZ! 10/10

Moksi – Return Of The House Music „REMIXES“ (Barong Family)


Hier kommt nun das zweite Remix-Paket zur gehypten „Return Of The House Music“-Reihe von Moksi, bestehend aus vier Tracks von Curbi, Tony Romera, Moksi persönlich und Macky Gee. Alle Tracks sind auf einem extrem hohen Produktionslevel, das muss hier nicht diskutiert werden. Die Herrschaften durften sich was aus dem Katalog aussuchen und nicht alles passt in diese Rubrik, also haben wir uns ebenfalls was rausgesucht: Tony Romeras Version von Moksis „Downtown“ ist für Tony ungewöhnlich soft und housig, aber das Teil ist magisch. Die Breaks sind ihm gigantisch gelungen, Drops kann er und der Rest ist einfach ein Brett. Curbis Version von „Doorman“ sprüht nur so vor Club-Feeling und macht von Anfang bis Ende riesigen Spaß. Zwei tolle Tracks, die euer Gehör verdienen! 9/10

Aus dem FAZEmag 094/12.2019