
Wer Zigaretten-im-Stutzen-Legende Walter Frosch als sein Spirit Animal aufführt, der hat zweifellos einen Platz bei uns im Heft verdient. Doch auch außerhalb der Welt der Kultfußballer sorgt die deutsch-niederländische DJ und Producerin Caro van Ee für Aufsehen und steht für eine neue Generation Techno. Ihre Produktionen, die bouncy Beats, rollende Basslines, schnelle Kicks und Acid-Anleihen kombinieren, verzeichnen auf Spotify mittlerweile mehr als eine Million monatliche Hörer sowie über 100 Millionen Streams. Wir haben die 26-Jährige, die schon mit Platin-Produzent Old Jim und Technogröße Frankyeffe kollaborierte, getroffen und sie unserem Fragenhagel ausgesetzt.
Dein meistgespielter Track?
Boah, finde ich ganz schwierig. Vermutlich sogar ein eigener Song: „Movie Star“. Ansonsten Klassiker wie „Zombie Nation“ – funktioniert einfach immer. Und aktuell läuft bei mir wirklich ständig irgendein Track von Eskha, zum Beispiel „Tricky Disco“.
Ein Track, der dein Leben verändert hat?
„You Could Be the One“ von Avicii. Der Song hat mich emotional wahrscheinlich am meisten geprägt.
Dein schlimmster Gig?
Ich habe tatsächlich mal vor zwei Leuten gespielt. Fand ich aber gar nicht so schlimm. Solange man das spielen kann, worauf man Bock hat, ist alles gut. Manchmal kann man ja auch nichts dafür, wenn es leer ist. Viel schlimmer wären für mich Technikfehler oder stressige Crowds.
Eine Eigenschaft, die Menschen an dir lieben?
Meine große Klappe. Ich kann den Mund nicht halten und rede einfach viel.
Eine Eigenschaft, die Menschen an dir hassen?
Wahrscheinlich genau das Gleiche: meine große Klappe (lacht).

Etwas, das dich zum Lachen bringt?
Trockener Humor und wenn Leute mit richtig dummen Sprüchen um sich werfen.
Etwas, das dich zum Weinen bringt?
Musik. Ich hatte vor zwei Jahren auf dem Nibirii Festival mit meiner besten Freundin einen richtigen Full-Circle-Moment. Da habe ich zum ersten Mal bei einem DJ-Set durchgehend geweint.
Wovor hast du Angst?
Ich glaube davor, dass Leute schlecht über mich denken. Nicht in meiner Rolle als Artist, sondern als Mensch. Meine größte Angst wäre, zu hören, dass jemand hinter meinem Rücken erzählt, ich sei total unfreundlich oder etwas dergleichen.
Dein Lieblingsfilm?
John Wick.
Dein Guilty Pleasure?
Sehr kontrovers: Ich höre tatsächlich super gerne ASMR. Zum Beispiel Reading-ASMR, wenn Leute einem geflüstert etwas vorlesen.
Die Eigenschaften eines perfekten Partygasts?
Respektvoll, offen, viel Energie, nicht zu betrunken und nicht komplett weggetreten. Im besten Fall sogar fast nüchtern. Ich habe ein, zwei Freunde, bei denen ich sagen würde: Das sind perfekte Partygäste. Die kümmern sich um alle, haben immer Kaugummis dabei und bringen konstant gute Energie mit.
Ein Ratschlag an dein jüngeres Ich?
Immer für sich selbst einstehen. So bin ich großgezogen worden.
Dein Spirit Animal?
Walter Frosch!
Dein Lieblingsgetränk?
Red Bull – immer. Das normale oder Zero. Ich mag fast jede Sorte. Ich habe mir sogar eine Red-Bull-Dose tätowieren lassen.
Die Szene ist im Arsch, weil …
Ich glaube, das ist Quatsch. Klar, Social Media hat die Szene krass beeinflusst, wie so vieles im Leben. Dadurch wirkt manches vielleicht etwas unromantischer. Social Media kann viel kaputtmachen, aber ohne Social Media wäre die Szene auch nicht da, wo sie heute ist. Wenn überhaupt etwas schuld ist, dann am ehesten Social Media.
Die Szene ist großartig, wegen…
… der Menschen – und wegen der Musik.
Wenn du nur noch eine Woche zu leben hättest, würdest du…?
Reisen und feiern. Und versuchen, möglichst wenig zu schlafen. 😉